17.04.14 mit KREIPE, WARSEN, FIEBIGER und WALTER

Münchens Lesereihe für neue Lyrik geht ins dritte Jahr, und es gibt eine weitere Neuerung: Die Künstler_innen, die mit einer eigens konzipierten Arbeit die Lesung begleiten, werden parallel dazu in der Nebenhalle eine Ausstellung zeigen, die für mehrere Wochen zu sehen ist. Die Lesung wird gleichzeitig zur Vernissage, und wir freuen uns, dadurch den Austausch der verschiedenen  Kunstszenen stärken zu können. Auftreten werden am Gründonnerstag drei Lyrikerinnen, die in letzter Zeit vermehrt auf sich aufmerksam gemacht haben: Birgit Kreipe erhielt vor Kurzem den Münchner Lyrikpreis. Charlotte Warsen hat zur Leipziger Buchmesse ihr Debüt “vom speerwurf zu pferde” bei luxbooks veröffentlicht. Und Verena Fiebiger aus München war im letzten Herbst Finalistin beim “open mike”, einem der renommiertesten Wettbewerbe für junge Literatur. Die Kunst kommt von Johannes Tassilo Walter, der seit 2008 an der Kunstakademie bei Markus Oehlen und Andreas Schulze Malerei studiert.

LYRIK

Birgit Kreipe, geb. in Hildesheim, lebt als Lyrikerin und Psychologin in Berlin. Nach zahlreichen Publikationen in Zeitschriften und Anthologien erschien 2012 ihr Lyrikband “schönheitsfarm” im Verlagshaus J. Frank. Sie erhielt den Lyrikpreis München 2013 und des Irseer Pegasus 2014.

FotoFoto: © gezett

Charlotte Warsen, geb. 1984 in Recklinghausen, studierte Kunst, Philosophie und Amerikanistik in Düsseldorf, Köln und Finnland, Malerei bei Markus Lüpertz und Tal R. Seit 2011 promoviert sie zur Politik der Malerei in der Philosophie und lebt zurzeit in Berlin. Sie war Finalistin beim 19. open mike der Literaturwerkstatt Berlin. Ihr Debüt “vom speerwurf zu pferde” ist im März bei luxbooks erschienen.

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Verena Fiebiger, geb. 1983, lebt als Lyrikerin und Journalistin in München. Für ihre Radio- und Fernsehbeiträge für den Bayerischen Rundfunk wurde sie als Autorin mehrfach ausgezeichnet, u.a. 2013 für ihre Reportage “Nimm mich mit…in den Swingerclub”. 2013 war sie Finalistin beim 21. open mike der Literaturwerkstatt Berlin.

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KUNST

Johannes Tassilo Walter, geb. 1982 in München, studiert seit 2008 Malerei bei Markus Oehlen und Andreas Schulze an der Akademie der Bildenden Künste. Er ist Mitbetreiber des Projektraums “Prince of Wales” in München.

Zeit: 20 Uhr
Ort: Einstein Kultur, Halle 4, Einsteinstraße 42 (U 4/5 Max-Weber-Platz)
Eintritt: 4/6 Euro

Moderation: Tillmann Severin und Tristan Marquardt

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München.

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18.07.13 mit TRAXLER, WESTHEUSER, ROTH und PEIFFER

Vor Kurzem hatten wir die Freude, für jetzt.de das ABC der jungen Münchner Literaturszene schreiben zu dürfen („Zum Rauchen in die Bibliothek“, SZ vom 31. 5.). Zwei Punkte schienen uns dabei wichtig: Zum einen stimmt das Vorurteil nicht, dass man junge Literat_innen vornehmlich in Städten wie Berlin, Leipzig und Hildesheim antreffen kann. Auch in München ist die Zahl der jungen Schreibenden groß, viel größer, als man denkt. Zum anderen sind diese aber schlechter vernetzt als in jenen Zentren der jungen Literatur, weniger aktiv und präsent im Kulturleben der Stadt.

Deshalb war es von Anfang an das Anliegen unserer Lesereihe, einen Beitrag dafür zu leisten, dass sich das ändert. Als Lesereihe für junge Lyrik in München geht es uns um die Begegnung mit anderen Szenen: der jungen Kunst-Szene der Stadt und den Lyrik-Szenen im ganzen deutschsprachigen Raum. Dabei stehen wir für ein Verständnis von Kunst, das in Künstler_innen nicht introvertierte, geniale Einzelgänger_innen sieht, sondern Akteure im sozialen Raum. Ihr Vermögen besteht in ihrem je speziellen Zugriff auf diesen Raum, nicht darin, den Zugriff zum eigenen Werk möglichst exklusiv zu gestalten. Als Beschäftigung mit kollektiv interessanten Themen, ist Kunst kollektive Praxis.

Es ist aus dieser Perspektive nicht übertrieben, für unsere Sommerlesung von einem Highlight zu sprechen. Mit Mathias Traxler und Linus Westheuser kommen zwei Lyriker aus Berlin, die jede Lesung in ein Ereignis verwandeln: Nicht nur entsteht ihr Text jeweils erst beim Lesen, sondern geschieht dies auch mit sensibler Berücksichtigung der Lesesituation. Der Münchner Tobias Roth setzt dem ein Langgedicht entgegen, das die Leerstelle nach dem Erdbeben in Mantua literarisch zu füllen sucht. Konfrontiert wird dies mit der Kunst Andreas Peiffers, dessen Installationen für die alten Bierlagerhallen des Einstein geradezu prädestiniert sind.

LYRIK

Mathias Traxler, 1973 in Basel geboren, lebt seit 1999 in Berlin. Im gleichen Jahr wurde im Theaterdiscounter Berlin die szenische Lesung »WALLeinsamkeit« mit Gedichten und Texten von ihm aufgeführt. Mathias Traxler hat seither in zahlreichen Leseauftritten und zusammen mit anderen Autor_innen die Möglichkeiten der Improvisation mit eigenen und Texten anderer weiterentwickelt. 2011 erschien sein Debüt „You’re welcome“ bei kookbooks.

Mathias Traxler _ Foto von Robert Golinski
Linus Westheuser
wurde 1989 in Berlin geboren, wo er nach Aufenthalten in Oldenburg, San Francisco und London heute wieder lebt. Er ist Mitglied des Lyrikkollektivs G13, war Finalist beim 20. open mike und arbeitet derzeit an seinem ersten Gedichtband, der ebenfalls bei kookbooks erscheinen wird.

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Tobias Roth
, 1985 in München geboren, arbeitet als freier Autor, Übersetzer, Kritiker und Literaturwissenschaftler. Der Münchner gewann nach anderen Auszeichnungen beim diesjährigen Literarischen März in Darmstadt den „Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis“. Sein Debüt „Aus Waben“ erschien im selben Monat beim Verlagshaus J. Frank.

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KUNST

Andreas Peiffer, geboren 1982 in Marktheidenfeld, lebt in München. Er studierte Freie Kunst an der Muthesius Kunsthochschule Kiel und absolvierte an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Olaf Metzel. Seine Arbeiten befragen in großformatigen und raumgreifenden Umsetzungen die Dynamiken von Größe, Material und Gewicht, die sich zwischen Objekt, Raum und Betrachter_in entfalten.

Zeit: 20 Uhr
Ort: Einstein Kultur, Einsteinstraße 42 (U 4/5 Max-Weber-Platz)
Eintritt: 4/6 Euro

Moderation: Tillmann Severin und Tristan Marquardt

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München.