29. Ausgabe – mit BARRE, KELLER, STEPPACHER und KIRGIS

Donnerstag, 3. November 2022, 20 Uhr – Kunstverein München

LYRIK: Lubi Barre (Hamburg), Judith Keller (Zürich), Elvira Steppacher (München)
KUNST: Felicitas Kirgis (München)

Nach der großen Jubiläumsfeier im Juli laden meine drei lyrischen ichs zum dritten und letzten Mal in diesem Jahr in den Kunstverein ein. Zu Gast sind drei Autorinnen, deren Schreiben auf ganz unterschiedliche Weise zwischen Gedicht und Erzählung angesiedelt ist. Lubi Barre gehört zu den prägenden Stimmen der Hamburger Literaturszene. Sie leitet dort u.a. die Lesereihe AHAB und das Festival Fluctoplasma mit. Von ihren eindringlichen Texten, die auf Englisch verfasst sind, liegt mit “Here and There” eine Sammlung in deutscher Übersetzung vor (Punctum Verlag, 2020). Die Texte verhandeln immer wieder familiäre Konstellationen und bewegen sich zwischen poetischer Kurzgeschichte und Prosagedicht. Auf ganz andere Weise ist auch die Zürcher Autorin Judith Keller eine Meisterin des lyrischen Erzählens. Ihre Texte bestehen oft aus wenigen Sätzen, die durch Lakonie und Sprachwitz bestechen. Sie veröffentlichte zuletzt mit der Fotografin Nicola Zachmann das Kunstbuch “The battered Trust / Das ramponierte Vertrauen” im Vexer-Verlag. Elvira Steppacher gehört zu den spannendsten neuen Stimmen der Münchner Literatur. Sie veröffentlichte dieses Jahr ihr Prosa-Debüt “Von Fall zu Fall. Ein Stundenheft” im Braumüller-Verlag. Bei meine drei lyrischen ichs ist sie erstmals mit ihren Gedichten zu Gast, die facettenreich einen Bogen vom Nature Writing zu den Satelliten im Weltall schlagen.

Als Künstlerin ist Felicitas Kirgis zu Gast, die an der Münchner Akademie der Bildenden Künste bei Karin Kneffel studiert. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich u.a. mit der Verbindung von Kunst und Schreiben. Sie wird den Leseraum mit malerischen Arbeiten bespielen.

Eintritt: 4/6 Euro
Kuration und Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters und Nora Zapf

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München

LYRIK

(c) Simon Inou

Lubi Barre, 1982 in Paris geboren, ist Autorin von Gedichten und Kurzgeschichten und lebt in Hamburg. Ihre Geschichte “Goodbye” veröffentlichte sie 2016 in der Anthologie “My Old Man” in Cannongate und im August 2020 in der deutschsprachigen Sammlung “Here and There” im Punktum Verlag. Sie ist Mitorganisatorin der unabhängigen Lesereihe AHAB, Gründerin und Organisatorin von Sprachlos und Mitglied des Residency Writers Room. Von 2016-2020 war sie Mitorganisatorin und Co-Moderatorin der Hafenlesung sowie 2020 und 2021 literarische Kuratorin des Festivals Fluctoplasma in Hamburg.

(c) privat

Judith Keller ist 1985 in Lachen (CH) geboren. Sie studierte Literarisches Schreiben in Biel und Leipzig sowie Deutsch als Fremdsprache in Berlin und Bogotá. 2017 erschien ihr Debüt “Die Fragwürdigen” beim Verlag der Gesunde Menschenversand. 2021 ihr zweites Buch „Oder?“ im selben Verlag. Sie lebt als freie Autorin und Sprachlehrerin in Zürich. Im Oktober 2022 wurde das Foto- und Text-Buch “The battered Trust / Das ramponierte Vertrauen” mit Bildern der Fotografin Nicole Zachmann und ihren Sätzen beim Vexer-Verlag veröffentlicht. 

(c) Lena Semmelroggen

Elvira Steppacher, geb. 1963, studierte in Münster und Santander (Spanien) und promovierte über Sinnlichkeit und Leiblichkeit im Motiv des kranken Erzählers bei Jean Paul und Clemens Brentano. 2019 nahm sie an einem Nature-Writing-Seminar der Bayerischen Akademie des Schreibens teil. Seither verfolgt sie eigene literarische Projekte, veröffentlichte 2022 ihr Prosa-Debüt „Von Fall zu Fall. Ein Stundenheft“ (Braumüller). Außerdem schreibt sie Kurzgeschichten und, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, erste Gedichte. „Sputnik Eins“ (aus dem „Satellitenzyklus“) fand Eingang ins „Jahrbuch der Lyrik 2022“ (Schöffling). Elvira Steppacher bloggt beruflich über Virtualisierung, Künstliche Intelligenz, Kommunikation und Ethik. Sie lebt und arbeitet in München. (http://www.elvirasteppacher.de)

KUNST

(c) Felicitas Kirgis

Felicitas Kirgis, geb. 1986, lebt und arbeitet in München. Sie studierte Kunstgeschichte und BWL an der LMU, war von 2012-2018 bei der Galerie Fred Jahn in München tätig sowie als freischaffende Texterin. Seit 2019 studiert sie Malerei bei Prof. Karin Kneffel an der Akademie der Bildenden Künste. www.felicitaskirgis.de

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10 Jahre meine drei lyrischen ichs – das Jubiläumsfest

21. Juli 2022, 19 Uhr, Kunstverein München

LYRIK: Max Czollek (Berlin), Ekaterina Derisheva (Charkiv/München), Sirka Elspaß (Wien), Tim Holland (Berlin), Dagmara Kraus (Hildesheim), Pega Mund (München), Slata Roschal (München), Caca Savic (Berlin), Theresa Seraphin (München), Xoşewîst (Leipzig)

KUNST: Mathias R. Zausinger (München)

meine drei lyrischen ichs feiern ihren ersten runden Geburtstag und laden ein zu einem großen Jubiläumsfest. Zehn Dichter:innen sind zu Gast, Mathias R. Zausinger bespielt den Veranstaltungsraum künstlerisch und es gibt ein besonderes Geburtstagsgeschenk: einen Katalog mit der Dokumentation der letzten 10 Jahre der Reihe, rund 250 Seiten Lyrik und Kunst. Gestaltet hat ihn Judith Neunhäuserer, die 2017 auch als Künstlerin dabei war.

Von den Lyriker:innen sind sechs in den letzten zehn Jahren schon einmal bei der Reihe aufgetreten, vier sind erstmals zu Gast. Sechs kommen von extern, vier leben in München. Max Czollek hat bei der Premiere der lyrischen ichs gelesen, im Jahr 2012. Mittlerweile hat er drei Gedichtbände im Verlagshaus Berlin veröffentlicht (zuletzt “Grenzwerte”, 2019) und ist durch seine Essaybände “Desintegriert euch!” und “Gegenwartsbewältigung” (beide Hanser) zu einer prominenten Stimme im politischen Diskurs geworden. Dagmara Kraus hat in der dritten Ausgabe 2013 ihr Debüt “kummerang” vorgestellt (kookbooks) und seither zahlreiche weitere Gedichtbände und Übersetzungen vorgelegt. Aktuell ist sie Juniorprofessorin für literarisches Schreiben in Hildesheim. Tim Holland reiste für seinen Auftritt 2015 mit einer eigens erstellten Edition eines Faltplakats mit Gedichten an. Jetzt hat er seinen zweiten Gedichtband im Gepäck, der pünktlich zum Jubiläum bei Matthes & Seitz erscheint. Sirka Elspaß hat 2017 Gedichte bei den lyrischen ichs vorgetragen, von denen einige nun den Weg in ihren ersten Gedichtband gefunden haben. “ich föhne mir meine wimpern” erscheint im Herbst dieses Jahres bei Suhrkamp. Pega Mund ist exakt fünf Jahre nach ihrem ersten Auftritt bei der Reihe wieder zum Jubiläum auf der Bühne. Im letzten Jahr erschien ihr Debüt “reste von landschaft” bei Black Ink. und ihr zweiter Band ist bereits in der Mache. Slata Roschal hat seit ihrer Lesung im Kunstverein 2019 gleich zwei weitere Bücher veröffentlicht: den Gedichtband “Wir tauschen Ansichten und Ängste wie weiche warme Tiere aus” (hochroth München) und den Roman “153 formen des nichtseins” (homunculus), der zuletzt auf der SWR-Bestenliste stand. 

Nach mehreren Anläufen und corona-bedingten Verschiebungen hat es nun pünktlich zum Jubiläum geklappt, dass Caca Savic zu Gast ist. Ihr Debütband “Teilchenland” ist 2019 beim Verlagshaus Berlin erschienen. Aus Leipzig kommt Xoşewîst angereist. Er wird fünfsprachige Gedichte vortragen, die ebenfalls 2020 unter dem Titel “Leipzigيّاt” bei hochroth München erschienen sind. Die ukrainische Lyrikerin Ekaterina Derisheva lebt seit Kurzem in München. Sie ist Mitbegründerin des “KNTXT”-Projekts (Festival, Zeitschrift, Buchreihe) in Charkiv und ihr erster Band tochka otscheta erschien 2018. Die Münchnerin Theresa Seraphin ist vor allem als Theatertexterin und Dramaturgin bekannt, schreibt aber seit Längerem immer wieder auch Lyrik. Sie stellt nun erstmals ihre neueren Gedichte vor.

Als bildender Künstler begleitet der Münchner Dokumentarfilmemacher und Videokünstler Mathias R. Zausinger die Lesenden mit einer Rauminstallation, die barocke Bildwelten erforscht. 

Eintritt frei.

Kuration und Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters und Nora Zapf.

LYRIK

(c) Daniel Laufer

Max Czollek ist Autor und lebt in Berlin. Teil des Lyrikkollektivs G13 und Mitherausgeber des Magazins Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart. Mit Sasha Marianna Salzmann initiierte er den Desintegrationskongress 2016 sowie der Radikalen Jüdischen Kulturtage 2017 am Maxim Gorki Theater Berlin, Studio Я. Seit 2021 Ko-Kurator des Projektes Coalition for a Pluralistic Public Discourse (CPPD) sowie 2022 der Ausstellung „Rache – Geschichte und Fantasie“ im Jüdischen Museum Frankfurt am Main. Die Gedichtbände erscheinen im Verlagshaus Berlin, die Essays im Carl Hanser Verlag.

Ekaterina Derisheva was born in 1994 in Melitopol, Ukraine. In 2014, she graduated from the Zaporozhe National Ukrainian college of Economics and Law, specializing in the development of computer programming. She is the author of the book tochka otscheta (2018). She was long listed for the Arkady Dragomoshchenko Prize (2019), won a prize “Autor*innen für Europa“ (2022). Received a scholarship from Villa Concordia (2022). Curator and founder of the “KNTXT” project (festival, book series, literary magazine), Kharkiv. Derisheva lived in Kharkiv, but currently is a war refugee residing in Feldafing, Germany.

Sirka Elspaß, geboren 1995 in Oberhausen, hat Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim und Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst in Wien studiert. Sie war Preisträgerin beim Treffen junger Autor:innen 2010 & 2012 sowie postpoetry-Nachwuchspreisträgerin 2013, Mitherausgeberin der BELLA triste (Nr. 41-45) und hat in diversen Magazinen und Anthologien veröffentlicht, darunter STILL, Edit und Lyrik von Jetzt 3. Ihr erster Gedichtband ich föhne mir meine wimpern erscheint im Oktober bei Suhrkamp.

(c) privat

Tim Holland, 1987 in Tübingen geboren, studierte nach einer Ausbildung zum Buchhändler am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Im Frühjahr 2016 erschien sein Debüt vom wuchern im gutleut Verlag. Gemeinsam mit Tristan Marquardt und Hannes Munzinger leitet er seit 2017 den hochroth Verlag München. wir zaudern, wir brennen ist sein zweiter Gedichtband (Matthes & Seitz Berlin, 2022). 

(c) Ben Koechlin

Dagmara Kraus, *1981 in Wroclaw, Polen. Studium der Komparatistik und Kunstgeschichte in Leipzig, Berlin und Paris, anschließend Studium des Literarischen Schreibens am Deutschen Literaturinstitut. Juniorprofessorin für literarische Prozesse der Gegenwart an der Universität Hildesheim. Zuletzt erschien ihr Gedichtband „liedvoll, deutschyzno“ (Berlin, kookbooks 2021) sowie ein Essay über Miron Bialoszewski, „Murfla und die Blocksbärte“ (Heidelberg, Wunderhorn 2022). Für ihre literarische und übersetzerische Arbeit erhielt Kraus mehrere Auszeichnungen, darunter 2021 die Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung und den Lyrikpreis Meran 2021. 

(c) Dirk Skiba

Pega Mund ist Autorin und Psychologin; lebt in München / Gröbenzell. Langjährige Arbeit im heilpädagogisch-therapeutischen Bereich mit Kindern und Jugendlichen. Spät im Leben erst begonnen, literarisch zu schreiben, quer zur bisherigen Biografie. Seit Herbst 2014 zahlreiche Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien, Teilnahme an Lesungen, Performances, kooperativen Projekten, Ausstellungen. 2019 Gertrud Kolmar Preis, Hamburg (2. Platz). Einzelpublikation: reste von landschaft, Black Ink 2021. Blog: www.driftout.wordpress.com

(c) Dirk Skiba

Slata Roschal. *1992 in Sankt Petersburg. Aufgewachsen in Schwerin, Studium in Greifswald, Promotion in München. Zahlreiche Stipendien und Preise, darunter Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommern und Arbeitsstipendium des Freistaates Bayern. Lyrikbände Wir verzichten auf das gelobte Land (Reinecke & Voß 2019) und Wir tauschen Ansichten und Ängste wie weiche warme Tiere aus (hochroth 2021), lyrischer Roman 153 Formen des Nichtseins (homunculus 2022).

(c) Menno Fahl

Caca Savić, *1977 in Österreich. Lebt als Lyrikerin und Autorin in Berlin. Zuletzt erschienen Teilchenland, Verlagshaus Berlin 2020 und Beiträge in: Der Amelia Earhart Pfannkuchen, Hg. Timo Brandt, Petrus Akkordeon, Moloko Print 147, 2022; Glitter 5, Berlin/Zürich, 2021. U.a. Stipendium der Österreichischen Gesellschaft für Literatur Casa-Litterarum-Paliano; H.C.Artmann-Stipendium; Projektstipendium Literatur 2021/22 / A; Kunstpreis-Frauenforum.

(c) Wolfgang Lienbacher

Theresa Seraphin ist Autorin und Dramaturgin. Sie studierte Dramaturgie, Komparatistik und Kunstgeschichte an der Theaterakademie August Everding sowie der Kyonggi Universität Seoul (Südkorea). Sie ist Absolventin des Studiengangs „Kuratieren in den szenischen Künsten“ (2018) und arbeitet als Dramaturgin an der ARGEkultur Salzburg. 2016 gründete sie zusammen mit Raphaela Bardutzky das Netzwerk Münchner Theatertexter*innen. Als Autorin hat sie einen Schwerpunkt auf kollektiven Arbeitsprozessen und offenen Projektentwicklungen. Gemeinsam mit sieben weiteren Autor*innen entwickelte sie u.a. die Theaterserie MÜNCHNER SCHICHTEN (2018/19). 2022 ist sie Autorin und Dramaturgin der Sci-Fi Installation PLANET 09. Aktuell schreibt sie ihren ersten Gedichtband.

(c) Shirwan Qasim

Xoşewîst (ausgesprochen: Khoshewist) wurde 1987 in Hasaka, Syrien, geboren. Sein amtlicher Name ist Abdulaziz Ramadan. Er studierte Englische Literatur, Anglistik, International Forced Migration und Parlamentsfragen und Zivilgesellschaft an den Universitäten in Damaskus, Halle, Leipzig und Oxford. Xoşewîst ist Gründer und Geschäftsführer von DOZ e.V. (DOZ International) und lebt in Leipzig. Sein Debüt Leipzigيّاt erschien 2020 bei hochroth München.

KUNST

Mathias Reitz Zausinger ist Dokumentarfilmemacher und Videokünstler und lebt in München und Berlin. Die Arbeiten untersuchen die politische Dimension imaginativer Räume oder virtueller Realität und befragen das Verhältnis von Vertrauen und Immersion. Im Mittelpunkt der Recherchen steht das Zusammenwirken von Kunst, Macht und Rhetorik. Ausgehend davon untersuchen die dokumentarischen Projekte die Überzeugungskraft von Erlebnisgeschichten, die in Momenten politischer und ideologischer Transformation geschrieben werden. Derzeit entsteht sein Debüt „Boalandia“, ein Dokumentarfilm über Formen des kulturellen Widerstands in den Metropolen Brasiliens. 

Gefördert im Rahmen von “Neustart Kultur” der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e. V.

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München.

27. Ausgabe – mit LOTZ, VRČIĆ HAUSMANN, DE NEGRI und GÜMBEL

Donnerstag, 5. Mai 2022, 20 Uhr – Kunstverein München

LYRIK: Wolfram Lotz (Leipzig), Sibylla Vričić Hausmann (Leipzig), Jennifer de Negri (München)
KUNST: Nikolai Gümbel (München)

Zur ersten Ausgabe in diesem Jahr begrüßen wir so spannende wie unterschiedliche Gäste: Wolfram Lotz, dessen Stück “Die Politiker” aktuell an den Kammerspielen läuft, ist vor allem als Dramatiker bekannt. Doch sind nicht nur seine Theatertexte lyrisch, sein Schreiben bewegt sich immer wieder zwischen Sprechtext und Langgedicht. In der Parasitenpresse erschien von ihm der Lyrikband Fusseln. Aus Leipzig kommt Sibylla Vričić Hausmann angereist. Sie wird aus ihrem mit Spannung erwarteten zweiten Gedichtband lesen, der demnächst bei kookbooks erscheint. Ihr Debüt 3 FALTER kam 2018 beim Poetenladen heraus. Eine der spannenden neuen lyrischen Stimmen aus München ist Jennifer de Negri, die zurzeit postgradual Literarisches Schreiben in Köln studiert. Ihr Lyrik-Debüt Triebe klimatischer Verhältnisse erschien im letzten Jahr bei Sukultur.

Der Archivraum des Kunstvereins wird für die Lesung künstlerisch bespielt von Nikolai Gümbel. Er stellte zuletzt u. a. in der Goldberg Galerie (München) und im SALON DU SALON (Marseille) aus und studiert an der Münchner Akademie der Bildenden Künste bei Alexandra Bircken.

Eintritt: 4/6 Euro
Kuration und Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters und Nora Zapf

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München

LYRIK

Wolfram Lotz, geboren 1981 in Hamburg, aufgewachsen im Schwarzwald. Er lebt in Leipzig. Er schreibt Hörspiele, Theaterstücke, Lyrik und Prosa. 2011 wurde er in der Kritikerumfrage von “Theater heute“ für das Theaterstück Einige Nachrichten an das All zum Nachwuchsdramatiker des Jahres gewählt, 2015 für Die lächerliche Finsternis zum Dramatiker des Jahres. Zuletzt sind von ihm die Bücher „Drei Stücke“, „Die Politiker“ und „Heilige Schrift 1“ erschienen.  Das Theatergedicht „Die Politiker“ ist derzeit noch an den Münchner Kammerspielen zu sehen, und ab Mai die Theaterfassung von „Heilige Schrift 1“.

Foto (c) Carsten Tabel

Sibylla Vričić Hausmann, geboren 1979 in Niedersachsen, schreibt Gedichte, Essays und Erzählungen. Sie studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2018 debütierte sie mit dem Lyrikband „3 FALTER“ (Poetenladen Verlag); in diesem Jahr soll ihr Zweitling bei kookbooks erscheinen. 

Foto (c) Christiane Grundlach

Jennifer de Negri studierte Theaterregie und seit dem WS 21/22 postgradual Literarisches Schreiben an der Kunsthochschule für Medien Köln. Sie gewann 2021 den Literaturwettbewerb Gauting, erhielt Nominierungen für Literaturpreise (open mike, Literarischer März), veröffentlicht Lyrik und Prosa. Ihr aktuelles Romanprojekt wird durch die Akademie der Künste im Rahmen des Programms NEUSTART KULTUR gefördert. Zuletzt erschien ihr Lyrikdebüt Triebe klimatischer Verhältnisse im SUKULTUR Verlag (2021).

Foto (c) privat

KUNST

Nikolai Gümbel, geboren 1995 in Frankfurt am Main, lebt und arbeitet in München. Er studiert aktuell an der Akademie der Bildenden Künste München bei Alexandra Bircken. Für die Lesungen im Archivraum entsteht ein Lesepult.

Foto (c) privat

Spezialausgabe: meine drei lyrischen ichs kooperieren mit den Instituto Cervantes München

Montag, 29. 11. 2021, 19 Uhr 30 – Livestream aus dem Instituto Cervantes

Lyrik aus Spanien trifft auf Lyrik aus München: Für diese Veranstaltung kooperieren Gäste der Villa Waldberta aus Spanien, Xuan Bello, Alba Cid und María Sánchez, mit den Münchner DichterInnen Daniel Bayerstorfer, Sophia Klink und Slata Roschal. Sie haben Duos gebildet und stellen die Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit, Unterschiede und Gemeinsamkeiten, in Lesung und Gespräch im Instituto Cervantes vor, das für dieses besondere Veranstaltungsformat mit uns kooperiert.

Moderation: Manfred Boes (Instituto Cervantes), Tristan Marquardt (meine drei lyrischen ichs)

Link zum Stream und alle Infos unter https://cultura.cervantes.es/munich/de/Poes%C3%ADa-espa%C3%B1ola-y-alemana-en-di%C3%A1logo/146936

26. Ausgabe – mit GÜCYETER, HETZER, CONSTANTINIDES TANK und DOERFEL

Donnerstag, 14. Oktober 2021, 20 Uhr – Kunstverein, München

LYRIK: Dincer Gücyeter (Nettetal), Anna Hetzer (Berlin), Kyrill Constantinides Tank (München)
KUNST: Sarah Doerfel (München)

+++ Bitte per Mail an meinedreilyrischenichs@gmail.com anmelden (mit Angabe der Adresse zur Kontaktnachverfolgung). Es gilt neu 3G plus (geimpft, genesen, mit PCR getestet; Nachweis wird geprüft), gemäß den seit 6. Oktober geltenden Corona-Regeln für Kulturveranstaltungen in München. +++


Nach über anderthalb Jahre ist die Lesereihe meine drei lyrischen ichs zurück im Kunstverein. Zur ersten Präsenz-Ausgabe in diesem Jahr kommt der Dichter und Verleger Dincer Gücyeter aus dem nordrhein-westfälischen Nettetal angereist. Sein neuer Gedichtband “Mein Prinz, ich bin das Ghetto” (Elif-Verlag) hat unlängst für Furore gesorgt. Er liegt mittlerweile in der dritten Auflage vor und war zuletzt auf der SWR-Bestenliste. Aus Berlin ist Anna Hetzer zu Gast. Sie veröffentlichte zuletzt den aufregenden Gedichtband “Kippbilder” (Verlagshaus Berlin) und beschäftigte sich in mehreren Essays mit queerer Lyrik und Poetik. Dritter Lesender des Abends ist der Münchner Dichter und Künstler Kyrill Constantinides Tank, dessen Debüt “Janus Neinus Vielleichtus” (Wirklichkeit Books) 2019 erschien. Seine Arbeiten bewegen sich immer wieder zwischen Lyrik und Kunst und bestechen durch “grimmigen Witz” (SZ).
Der Archivraum des Kunstvereins wird für die Lesung künstlerisch bespielt von Sarah Doerfel, die an der Akademie der Bildenden Künste und in London Bildende Kunst und Fotografie studiert hat und deren jüngere Arbeiten sich mit artenübergreifendem Leben und Sterben beschäftigen.


Eintritt: 4/6 Euro
Kuration und Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters und Nora Zapf


Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München

LYRIK

Dincer Gücyeter, geb.1979 in Nettetal. 2012 gründete er den ELIF VERLAG mit dem Programmschwerpunkt Lyrik. Es folgten Einzelbände nationaler und internationaler Autor*innen und Anthologien mit bundesweit zahlreichen Lesungen.Seit 2017 koordiniert er das Lyrikfestival „Satelliten“ mit dem Literaturhaus Köln. Im Mai 2021 erschien sein letzter Gedichtband “Mein Prinz, ich bin das Ghetto“.

Foto (c) privat

Anna Hetzer, geb. 1986, lebt seither in Berlin. Sie veröffentlicht Lyrik, Übersetzungen und Essays, zuletzt erschien Kippbilder im Verlagshaus Berlin. 2017 war sie Stipendiatin der Villa Decius in Krakau, 2021 wurde sie mit einem Wolfgang-Weyrauch Förderpreis ausgezeichnet. Sie ist Mitglied des Lyrikkollektivs G13 und beteiligt sich zudem an verschiedenen künstlerischen Kooperationen.

Foto (c) Dirk Skiba

Kyrill Constantinides Tank, geboren 1990 lebt und unterrichtet derzeit in München und Rosenheim.

Foto (c) privat

KUNST

Sarah Doerfel lebt und arbeitet in München. Ihre Arbeiten der letzten Jahre erzählen Geschichten vom gemeinsamen Leben und Sterben verschiedener Spezies und beschäftigen sich im Speziellen mit dem Spannungsfeld Symbiose – Parasitismus. Die Künstlerin studierte Fotografie an der University of Westminster in London und Freie Kunst bei Prof. Olaf Nicolai an der Akademie der Bildenden Künste München. Ihre Arbeiten – vorrangig Keramikskulpturen und digitale Videoarbeiten – wurden im In- und Ausland gezeigt, u.a. im Macro Museo/ Rom, im Museum Hamburger Bahnhof/ Berlin oder im MaximiliansForum/ München. Sie erhielt u.a. Stipendien der Stiftung Kunstfonds und der LfA Förderbank Bayern.

Foto (c) privat

25. Ausgabe – mit CERDA, IVÁNOVA, KLINK und MENEGON

Donnerstag, 29. April 2021 – Mozilla Hubs / Zoom – 19 Uhr 30 / 21 Uhr

LYRIK: Carla Cerda, Adelaide Ivánova, Sophia Klink
KUNST: Martina Menegon

-> Informationen zur Anmeldung: siehe unten!

Nach über einem Jahr ohne reguläre Ausgabe sind wir zurück mit einer digitalen Sonderveranstaltung: Sie wird in einem dreidimensionalen digitalen Raum stattfinden, auf der Plattform Mozilla Hubs. Gebaut und gestaltet wurde er von der Künstlerin Martina Menegon, die die sich mit Extended Reality Art sowie synthetischer Körperlichkeit im virtuellen Raum auseinandersetzt und an der Universität für angewandte Kunst in Wien “Digital Design and Virtuality” unterrichtet. Lesende und Publikum treffen sich in diesem Raum als Avatare. Da der Platz limitiert ist, findet die Veranstaltung am selben Abend zweimal statt und wird gleichzeitig via Zoom übertragen.

Zu Gast sind drei so spannende wie unterschiedliche Stimmen der Gegenwartslyrik: Carla Cerda hat im letzten Jahr bei “roughbooks” ihr Debüt “Loops” veröffentlicht. Das Buch ist “irre komponiert und zugleich mit der kirren Lässigkeit von Forschertagebüchern, verknüpft Worte und Codes, wandernde Meteorologinnen, Lithium-Abbau in Chile, Aktienindexe, die barocke Dichterin Sor Juana de la Cruz und die Frage, wie ein Körper „in Echtzeit auf Ereignisse reagiert“” (Uljana Wolf). Aus Berlin ist die brasilianische Dichterin und Aktivistin Adelaide Ivánova zu Gast. Ihr hochdotierter Band “Der Hammer” ist 2019 in der deutschen Übersetzung von Christiane Quandt im Münchner Verlag “Materialien” erschienen. Ivánova schreibt feministische und politische Lyrik, die so beeindruckend wie kompromisslos ist. Die Münchnerin Sophia Klink ist ein fester Bestandteil der hiesigen Literaturszene, mit einer unverwechselbaren literarischen Stimme: Die Autorin und Biologin entwickelt in ihren Gedichten neue und aufregende Formen des Nature Writings, bei denen sich erzählerische Elemente und poetische Verdichtung verbinden.

Zur Anmeldung für die Veranstaltung bitte eine Mail an meinedreilyrischenichs[at]gmail.com schreiben – mit der Angabe, ob ihr a) bei Mozilla Hubs oder bei Zoom und b) um 19 Uhr 30 oder 21 Uhr teilnehmen wollt. Für die Teilnahme bei Mozilla Hubs ist ein Headset und einigermaßen stabiles Internet erforderlich. Bitte beachtet außerdem, dass Hubs nur in den Browsern Firefox oder Chrome zuverlässig läuft (bei Safari nicht). Die Platzzahl ist begrenzt. Technische Informationen verschicken wir im Vorfeld der Veranstaltung; am Veranstaltungsabend wird es technischen Support geben.

LYRIK

Carla Cerda ist Dichterin, Biologin und Übersetzerin aus dem Spanischen, Englischen und Schwedischen; Kollaboration mit der Künstlerin Andrea Garcia Vasquez, zuletzt in der Videoinstallation but an archive of what; Preisträgerin des open mike 2019; ihr Gedichtband Loops ist kürzlich bei roughbooks erschienen.

Foto: privat

Adelaide Ivánova is a journalist and activist from Pernambuco, Brazil. She co-edits the zine MAIS NORDESTE, POR FAVOR!, dedicated to radical poetry being written in the Brazilian northeast. In 2018 she won the Rio Literature Award for her fifth book, “o martelo”, which was later published in the USA by Commune Editions. In 2020 the English translations of the book were nominated for the Derek Walcott prize for poetry and the National Translation Awards from the The American Literary Translators Association. Since 2011 she lives in Berlin, where she earns her bread working as a baby-sitter, waitress, life model, security staff and other alienating jobs.

Foto: Lukas Lademann

Sophia Klink, geboren 1993 in München, promoviert in Ökologischer Mikrobiologie. Sie war Preisträgerin beim Treffen junger Autor*innen, wurde zu Seminaren der Bayerischen Akademie des Schreibens und zur Prosawerkstatt 2017 des Literarischen Colloquiums Berlin eingeladen. Für ihr erstes Romanprojekt erhielt sie das Münchner Literaturstipendium 2015. Sie wurde gefördert durch Nature Writing Stipendien des British Council 2018 und der Stiftung Nantesbuch im Rahmen des Deutschen Preises für Nature Writing 2019. Zuletzt war sie Finalistin beim 28. open mike.

Foto: Lydia Ciesluk

Kuration und Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters, Nora Zapf

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München

Spezialausgabe beim “Schamrock-Festival” 2020

Samstag, 24. Oktober, 21 Uhr
whiteBOX (Atelierstr. 18, München)

Im Rahmen des tollen Schamrock-Festivals der Dichterinnen veranstalten wir eine Spezialausgabe “meine drei lyrischen ichs”. Zu Gast sind:

Michelle Steinbeck (CH/Hamburg)
Keith Zenga King (München)
Slata Roschal (München)

Auch ein Blick auf den Rest des Programms lohnt, es performt u. a. die neue Lyrikband IHR! (mit Theresa Seraphin, Marie-Kristin Burger und Nora Zapf). Des Festival läuft vom 23. bis 25. Oktober.