10 Jahre meine drei lyrischen ichs – das Jubiläumsfest

21. Juli 2022, 19 Uhr, Kunstverein München

LYRIK: Max Czollek (Berlin), Ekaterina Derisheva (Charkiv/München), Sirka Elspaß (Wien), Tim Holland (Berlin), Dagmara Kraus (Hildesheim), Pega Mund (München), Slata Roschal (München), Caca Savic (Berlin), Theresa Seraphin (München), Xoşewîst (Leipzig)

KUNST: Mathias R. Zausinger (München)

meine drei lyrischen ichs feiern ihren ersten runden Geburtstag und laden ein zu einem großen Jubiläumsfest. Zehn Dichter:innen sind zu Gast, Mathias R. Zausinger bespielt den Veranstaltungsraum künstlerisch und es gibt ein besonderes Geburtstagsgeschenk: einen Katalog mit der Dokumentation der letzten 10 Jahre der Reihe, rund 250 Seiten Lyrik und Kunst. Gestaltet hat ihn Judith Neunhäuserer, die 2017 auch als Künstlerin dabei war.

Von den Lyriker:innen sind sechs in den letzten zehn Jahren schon einmal bei der Reihe aufgetreten, vier sind erstmals zu Gast. Sechs kommen von extern, vier leben in München. Max Czollek hat bei der Premiere der lyrischen ichs gelesen, im Jahr 2012. Mittlerweile hat er drei Gedichtbände im Verlagshaus Berlin veröffentlicht (zuletzt “Grenzwerte”, 2019) und ist durch seine Essaybände “Desintegriert euch!” und “Gegenwartsbewältigung” (beide Hanser) zu einer prominenten Stimme im politischen Diskurs geworden. Dagmara Kraus hat in der dritten Ausgabe 2013 ihr Debüt “kummerang” vorgestellt (kookbooks) und seither zahlreiche weitere Gedichtbände und Übersetzungen vorgelegt. Aktuell ist sie Juniorprofessorin für literarisches Schreiben in Hildesheim. Tim Holland reiste für seinen Auftritt 2015 mit einer eigens erstellten Edition eines Faltplakats mit Gedichten an. Jetzt hat er seinen zweiten Gedichtband im Gepäck, der pünktlich zum Jubiläum bei Matthes & Seitz erscheint. Sirka Elspaß hat 2017 Gedichte bei den lyrischen ichs vorgetragen, von denen einige nun den Weg in ihren ersten Gedichtband gefunden haben. “ich föhne mir meine wimpern” erscheint im Herbst dieses Jahres bei Suhrkamp. Pega Mund ist exakt fünf Jahre nach ihrem ersten Auftritt bei der Reihe wieder zum Jubiläum auf der Bühne. Im letzten Jahr erschien ihr Debüt “reste von landschaft” bei Black Ink. und ihr zweiter Band ist bereits in der Mache. Slata Roschal hat seit ihrer Lesung im Kunstverein 2019 gleich zwei weitere Bücher veröffentlicht: den Gedichtband “Wir tauschen Ansichten und Ängste wie weiche warme Tiere aus” (hochroth München) und den Roman “153 formen des nichtseins” (homunculus), der zuletzt auf der SWR-Bestenliste stand. 

Nach mehreren Anläufen und corona-bedingten Verschiebungen hat es nun pünktlich zum Jubiläum geklappt, dass Caca Savic zu Gast ist. Ihr Debütband “Teilchenland” ist 2019 beim Verlagshaus Berlin erschienen. Aus Leipzig kommt Xoşewîst angereist. Er wird fünfsprachige Gedichte vortragen, die ebenfalls 2020 unter dem Titel “Leipzigيّاt” bei hochroth München erschienen sind. Die ukrainische Lyrikerin Ekaterina Derisheva lebt seit Kurzem in München. Sie ist Mitbegründerin des “KNTXT”-Projekts (Festival, Zeitschrift, Buchreihe) in Charkiv und ihr erster Band tochka otscheta erschien 2018. Die Münchnerin Theresa Seraphin ist vor allem als Theatertexterin und Dramaturgin bekannt, schreibt aber seit Längerem immer wieder auch Lyrik. Sie stellt nun erstmals ihre neueren Gedichte vor.

Als bildender Künstler begleitet der Münchner Dokumentarfilmemacher und Videokünstler Mathias R. Zausinger die Lesenden mit einer Rauminstallation, die barocke Bildwelten erforscht. 

Eintritt frei.

Kuration und Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters und Nora Zapf.

LYRIK

(c) Daniel Laufer

Max Czollek ist Autor und lebt in Berlin. Teil des Lyrikkollektivs G13 und Mitherausgeber des Magazins Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart. Mit Sasha Marianna Salzmann initiierte er den Desintegrationskongress 2016 sowie der Radikalen Jüdischen Kulturtage 2017 am Maxim Gorki Theater Berlin, Studio Я. Seit 2021 Ko-Kurator des Projektes Coalition for a Pluralistic Public Discourse (CPPD) sowie 2022 der Ausstellung „Rache – Geschichte und Fantasie“ im Jüdischen Museum Frankfurt am Main. Die Gedichtbände erscheinen im Verlagshaus Berlin, die Essays im Carl Hanser Verlag.

Ekaterina Derisheva was born in 1994 in Melitopol, Ukraine. In 2014, she graduated from the Zaporozhe National Ukrainian college of Economics and Law, specializing in the development of computer programming. She is the author of the book tochka otscheta (2018). She was long listed for the Arkady Dragomoshchenko Prize (2019), won a prize “Autor*innen für Europa“ (2022). Received a scholarship from Villa Concordia (2022). Curator and founder of the “KNTXT” project (festival, book series, literary magazine), Kharkiv. Derisheva lived in Kharkiv, but currently is a war refugee residing in Feldafing, Germany.

Sirka Elspaß, geboren 1995 in Oberhausen, hat Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim und Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst in Wien studiert. Sie war Preisträgerin beim Treffen junger Autor:innen 2010 & 2012 sowie postpoetry-Nachwuchspreisträgerin 2013, Mitherausgeberin der BELLA triste (Nr. 41-45) und hat in diversen Magazinen und Anthologien veröffentlicht, darunter STILL, Edit und Lyrik von Jetzt 3. Ihr erster Gedichtband ich föhne mir meine wimpern erscheint im Oktober bei Suhrkamp.

(c) privat

Tim Holland, 1987 in Tübingen geboren, studierte nach einer Ausbildung zum Buchhändler am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Im Frühjahr 2016 erschien sein Debüt vom wuchern im gutleut Verlag. Gemeinsam mit Tristan Marquardt und Hannes Munzinger leitet er seit 2017 den hochroth Verlag München. wir zaudern, wir brennen ist sein zweiter Gedichtband (Matthes & Seitz Berlin, 2022). 

(c) Ben Koechlin

Dagmara Kraus, *1981 in Wroclaw, Polen. Studium der Komparatistik und Kunstgeschichte in Leipzig, Berlin und Paris, anschließend Studium des Literarischen Schreibens am Deutschen Literaturinstitut. Juniorprofessorin für literarische Prozesse der Gegenwart an der Universität Hildesheim. Zuletzt erschien ihr Gedichtband „liedvoll, deutschyzno“ (Berlin, kookbooks 2021) sowie ein Essay über Miron Bialoszewski, „Murfla und die Blocksbärte“ (Heidelberg, Wunderhorn 2022). Für ihre literarische und übersetzerische Arbeit erhielt Kraus mehrere Auszeichnungen, darunter 2021 die Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung und den Lyrikpreis Meran 2021. 

(c) Dirk Skiba

Pega Mund ist Autorin und Psychologin; lebt in München / Gröbenzell. Langjährige Arbeit im heilpädagogisch-therapeutischen Bereich mit Kindern und Jugendlichen. Spät im Leben erst begonnen, literarisch zu schreiben, quer zur bisherigen Biografie. Seit Herbst 2014 zahlreiche Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien, Teilnahme an Lesungen, Performances, kooperativen Projekten, Ausstellungen. 2019 Gertrud Kolmar Preis, Hamburg (2. Platz). Einzelpublikation: reste von landschaft, Black Ink 2021. Blog: www.driftout.wordpress.com

(c) Dirk Skiba

Slata Roschal. *1992 in Sankt Petersburg. Aufgewachsen in Schwerin, Studium in Greifswald, Promotion in München. Zahlreiche Stipendien und Preise, darunter Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommern und Arbeitsstipendium des Freistaates Bayern. Lyrikbände Wir verzichten auf das gelobte Land (Reinecke & Voß 2019) und Wir tauschen Ansichten und Ängste wie weiche warme Tiere aus (hochroth 2021), lyrischer Roman 153 Formen des Nichtseins (homunculus 2022).

(c) Menno Fahl

Caca Savić, *1977 in Österreich. Lebt als Lyrikerin und Autorin in Berlin. Zuletzt erschienen Teilchenland, Verlagshaus Berlin 2020 und Beiträge in: Der Amelia Earhart Pfannkuchen, Hg. Timo Brandt, Petrus Akkordeon, Moloko Print 147, 2022; Glitter 5, Berlin/Zürich, 2021. U.a. Stipendium der Österreichischen Gesellschaft für Literatur Casa-Litterarum-Paliano; H.C.Artmann-Stipendium; Projektstipendium Literatur 2021/22 / A; Kunstpreis-Frauenforum.

(c) Wolfgang Lienbacher

Theresa Seraphin ist Autorin und Dramaturgin. Sie studierte Dramaturgie, Komparatistik und Kunstgeschichte an der Theaterakademie August Everding sowie der Kyonggi Universität Seoul (Südkorea). Sie ist Absolventin des Studiengangs „Kuratieren in den szenischen Künsten“ (2018) und arbeitet als Dramaturgin an der ARGEkultur Salzburg. 2016 gründete sie zusammen mit Raphaela Bardutzky das Netzwerk Münchner Theatertexter*innen. Als Autorin hat sie einen Schwerpunkt auf kollektiven Arbeitsprozessen und offenen Projektentwicklungen. Gemeinsam mit sieben weiteren Autor*innen entwickelte sie u.a. die Theaterserie MÜNCHNER SCHICHTEN (2018/19). 2022 ist sie Autorin und Dramaturgin der Sci-Fi Installation PLANET 09. Aktuell schreibt sie ihren ersten Gedichtband.

(c) Shirwan Qasim

Xoşewîst (ausgesprochen: Khoshewist) wurde 1987 in Hasaka, Syrien, geboren. Sein amtlicher Name ist Abdulaziz Ramadan. Er studierte Englische Literatur, Anglistik, International Forced Migration und Parlamentsfragen und Zivilgesellschaft an den Universitäten in Damaskus, Halle, Leipzig und Oxford. Xoşewîst ist Gründer und Geschäftsführer von DOZ e.V. (DOZ International) und lebt in Leipzig. Sein Debüt Leipzigيّاt erschien 2020 bei hochroth München.

KUNST

Mathias Reitz Zausinger ist Dokumentarfilmemacher und Videokünstler und lebt in München und Berlin. Die Arbeiten untersuchen die politische Dimension imaginativer Räume oder virtueller Realität und befragen das Verhältnis von Vertrauen und Immersion. Im Mittelpunkt der Recherchen steht das Zusammenwirken von Kunst, Macht und Rhetorik. Ausgehend davon untersuchen die dokumentarischen Projekte die Überzeugungskraft von Erlebnisgeschichten, die in Momenten politischer und ideologischer Transformation geschrieben werden. Derzeit entsteht sein Debüt „Boalandia“, ein Dokumentarfilm über Formen des kulturellen Widerstands in den Metropolen Brasiliens. 

Gefördert im Rahmen von “Neustart Kultur” der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e. V.

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München.

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