20. Ausgabe – mit OTHMANN, WALLENHORST, SCHUCHARDT und KLINGLER

14. Dezember 2018, Kunstverein München, 20 Uhr

LYRIK: Ronya Othmann (Leipzig), Max Wallenhorst (Berlin), Krister Schuchardt (München)
KUNST: Liane Klingler (München)
Afterparty-DJs: Princess Samsung

Bei der letzten Ausgabe meine drei lyrischen ichs in diesem Jahr sind vier bemerkenswerte Künstler*innen zu Gast, die sehr eigenständige und unterschiedliche Positionen haben. Über die Leipziger Autorin Ronya Othmann schrieb jetzt im Frühjahr, sie sei „wahrscheinlich bald ein Literaturstar“. Für uns ist sie es schon längst, da sie nicht nur tolle, eindringliche Gedichte schreibt, sondern auch eine wichtige Stimme in den aktuellen Debatten über #metwo und Rassismus im Literaturbetrieb ist. Aus Berlin kommt Max Wallenhorst angereist und zeigt erstmals in München die Performance „Männlichkeit und Traurigkeit und Kite-Surfen“, die beim Berliner Projekt KOOK.MONO Premiere feierte. Sie ist ein Karaoke-Essay darüber, wie auch Cis-Männer, die weinen können, das Betreten des Raums mit der Besetzung des Raums verwechseln. Unser dritter Literaturstar des Abends ist der Münchner Autor Krister Schuchardt. Seine Gedichte verbinden auf unverwechselbare Weise sprachliche Avantgarde und Spracharchäologie. Mythologisches und philosophisches Recherchematerial geht hier ein in eine so komplexe wie humorvolle Sprachkunst.

Als Künsterlin ist Liane Klingler zu Gast. In ihrer manuellen Hybridforschung erzeugt sie aus wilden Pflanzen hybride Kulturpflanzen. Die Strategien der gezielten Bündelung und Verschmelzung verschiedener Teile führen zu vollkommen neuen Pflanzenarten, die sogar auf übliche Pflanzenteile verzichten und Richtungswechsel im Wachstumsstreben aufweisen können. Die Fortpflanzungsfähigkeiten der manuellen Hybride sind noch sehr schwach, ihre Überlebensfähigkeit beschränkt sich auf wenige Stunden.

Im Anschluss an die Lesung steigt eine Afterparty. Auflegen wird das DJ-Duo Princess Samsung aka Ronya Othmann und Tristan Marquardt, die schon zur Leipziger Buchmesse das Deutsche Literaturinstitut ins Wanken brachten.

 

LYRIK

Ronya Othmann, geboren 1993 in München, studiert Literarisches Schreiben in Leipzig. Sie schreibt Lyrik, Prosa, Essay und journalistisch. Auszeichnungen u.a. den MDR-Literaturpreis 2015, Open Mike 2017 und Caroline-Schlegel-Förderpreis für Essay 2017. Veröffentlichungen u.a. in Edit, Jahrbuch der Lyrik, Taz am Wochenende, Literatur Spiegel, Zeit Online.

Fotoronya1

 

Max Wallenhorst, geboren 1993, lebt und arbeitet in Berlin. Studium der Angewandten Theater- und Kulturwissenschaft. Schwache Performance und Auto-Essay.  Unter Anderem für taz, Faz, Zeit Online, Merkur. Edit Essaypreis 2016.

43124696_2548915475133756_5126820886921347072_n

 

Krister Schuchardt, geboren 1985 in Berlin, lebt in München. War als Komponist für ein englischsprachiges Münchner Theater tätig, schreibt szenische und lyrische Texte. Darunter das Live-Hörspiel “Das Gespensterschiff II”, welches 2016 in München aufgeführt wurde. Arbeitet zudem am prosaischen Schreiben dichterischer Programme, die etwa bei Lesungen mit Autoren kommunizieren oder ihre Texte verspeisen und umschreiben.

MÅnchner Literatur_0168

Foto: Tayfun Selcuk

 

KUNST

Liane Klingler, geboren 1989 in Augsburg, lebt und arbeitet in Berg bei München. 2010 – 2017 Akademie der bildenden Künste München bei Stephan Dillemuth, 2016 Examenspreis für herausragende künstlerische Leistungen, 2016 Doesn´t mean that much to me to mean that much to you Kunstarkaden München, 2017 Debutantenausstellung Lothringer 13 Halle München, als Mitglied des XPatchKollectiv Performances im Museum der Moderne Salzburg, Flutgraben Berlin und MayDayRooms London.

IMG_1755

Bild: Liane Klingler

Eintritt: 4/6 Euro
Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters, Nora Zapf

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München

Advertisements

Spezialausgabe beim Schamrock-Festival

Samstag, 27. Oktober, 19 Uhr
whiteBOX (Atelierstr. 18, München)

Im Rahmen des tollen Schamrock-Festivals der Dichterinnen veranstalten wir eine Spezialausgabe “meine drei lyrischen ichs”. Zu Gast sind die Lyrikerinnen

Lubi Barre (Hamburg)
Judith Keller (Zürich)
Nora Zapf (München)

Auch ein Blick auf den Rest des Programms lohnt, es lesen u. a. Heike Fröhlich und Lisa Jeschke, die auch schon bei uns zu Gast waren. Des Festival läuft von 26. bis 28. 10. Tickets gibt es hier.

19. Ausgabe – Premiere im Kunstverein

29. Juni 2018, 20 Uhr, Kunstverein München

LYRIK: Cia Rinne (Berlin), Timo Brandt (Wien), Lisa Jeschke (München)
KUNST: Keiyona C. Stumpf (München)
DJ: Simian Keiser

Willkommen im Hofgarten: Pünktlich zum 6. Geburtstag feiern meine drei lyrischen ichs ihr Debüt im Kunstverein. Die transdisziplinäre Reihe, die bisher im Einstein Kultur zuhause war, verstärkt ihre Zusammenarbeit mit der bildenden Kunst. Wie bisher treffen dabei drei Lyriker/innen auf eine/n Künstler/in aus München, trifft Lesung auf Ausstellung und Performance. Im Anschluss an die Veranstaltung gibt es erstmals eine Afterparty.

Als Lesende sind drei sehr unterschiedliche Lyriker/innen zu Gast. Die Gedichte der schwedisch-finnischen Dichterin Cia Rinne sind mehrsprachige minimalistische Texte (hauptsächlich Engl./Dt./Frz.). Sie arbeiten einerseits visuell und sind andererseits auf den Vortrag angelegt. Lisa Jeschke, die nach längerer Zeit in England wieder in München lebt, ist Dichterin und Performerin. Ihre so kompromisslosen wie poetischen englischen und deutschen Texte verhandeln immer wieder Politisches. Der Hamburger Lyriker Timo Brandt studiert am Institut für Sprachkunst in Wien. Seine Gedichte sind sprachlich virtuos und scheuen weder große noch profane Themen, „Engel und Winterreifen“.

Keiyona C. Stumpf hat 2016 ihr Diplom an der Akademie der bildenden Künste München gemacht. 2017 wurde sie mit dem Debütantenpreis der Gedok München ausgezeichnet, sowie mit dem Kunstpreis des Kunstvereins Aichach. Von der Landeshauptstadt München wurde sie 2017 mit einem Atelierstipendium gefördert und erhielt 2016 das Stipendium für Bildende Kunst. Keiyona arbeite mit Keramik, Porzellan, Glas, Papier und Plastik. Ihre Arbeiten enthüllen eine körperhafte Verbindung zwischen Material und Raum, so schafft sie dynamisch-poetische Situationen, geprägt von zarten Symmetrien und wuchernden Verwachsungen. Die visuelle Poetik ihrer Arbeiten verbindet sich für die Lesung mit den Texten und der Sprachlichkeit von Cia Rinne, Timo Brandt und Lisa Jeschke.

Flyer-korrigierte version-1.18

Moderation: Nora Zapf, Annalena Roters, Tristan Marquardt, Daniel Bayerstorfer

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München.

18. Ausgabe – mit KORNAPPEL, ORAVIN, HUSSEIN und GAUER

22. Februar 2018, Einstein Kultur, 20 Uhr

LYRIK: Simone Kornappel (Berlin), Oravin (Wien), Yamen Hussein (München)
KUNST: Ece Gauer (München)

Nach sechs intensiven, wilden und produktiven Jahren, die immer für eine Überraschung gut waren, verabschieden wir uns aus den Gewölbehallen des Einstein Kultur. Im Sommer geht es an neuem Ort weiter (Überraschung!). Die letzte Ausgabe in den ehemaligen Bierlagerhallen wird gehörig gefeiert, die ein oder andere Episode ausgepackt und natürlich sind vier wundervolle Künstler*innen zu Gast: Ece Gauer, die im letzten Jahr ihr Diplom an der Akademie gemacht hat, zeigt Bilder, in denen sich Grenzgänger finden, wabernde Figuren, die zwischen Anwesenheit und Abwesenheit changieren. Die drei Dichter*innen des Abends stehen für die große Bandbreite der aktuellen Lyrik: Aus Berlin kommt Simone Kornappel angereist, deren Texte mit stupenden visuellen Formen arbeiten und die auch als Übersetzerin tätig ist. Der Wiener Dichter Oravin hat mit seinen Sound- und Videoperformances nicht minder aufregende Formen für seine Text entwickelt. Yamen Hussein war bis vor Kurzem Writers-in-Exile-Stipendiat des PEN-Zentrums Deutschland und liest Gedichte auf Arabisch.

LYRIK

Simone Kornappel, geb. in Bonn, lebt in Berlin. Sie ist Lyrikerin und Mitherausgeberin der Zeitschrift randnummer literaturhefte. (Bild: Annette Lux)

Lesung05

Oravin, geb. 1984 in Leoben, ist Dichter, Musiker und audiovisueller Performer. Er performte unter anderem in Tokyo, Helsinki, Sarajevo und Marseille und zeigte seine Videos auf internationalen Festivals. Seine Texte wurden in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. Heute lebt er in Wien. www.oravin.at

IMG_8515-2

Yamen Hussein, geb. 1984 in Homs (Syrien), ist Dichter und Journalist. Im Oktober 2017 erschien sein erstes Buch “3439 km. Scars except the Navel” auf Arabisch, in Kürze erscheint ein dichterischer Dialog mit Said auf Deutsch und Arabisch, der bereits im Literaturhaus München und auf BR2 vorgetragen wurde. Yamen Hussein floh 2013 von Syrien in den Libanon und die Türkei. Seit Dezember 2014 lebte er als Stipendiat des Writers-in-Exile-Programms in München. Seine Gedichte wurden ins Französische, Englische und Deutsche übersetzt.

_MG_9865

 

KUNST

Ece Gauer, geb. 1984, hat 2017 ihr Diplom an der Akademie der bildenden Künste München gemacht, wo sie Malerei bei Prof. Axel Kasseböhmer studiert hat. 2012 machte sie außerdem ihren Abschluss in Malerei und Mosaik-Fresco an der Mimar Sinan University Istanbul. Hier hat sie bei Prof. Mehmet Mahir studiert. Sie ist Preisträgerin des LFA Bayern Preis 2015 und wurde 2012 als beste Studentin im Fach Malerei von der Sabancı Foundation an der University of Mimar Sinan ausgezeichnet. Beim Riga International Symposium & der Mosaic Art Fair wurden ihre Mosaik-Arbeiten für den ersten Preis ausgewählt. Ece Gauers Arbeiten vereinen Kraft und Poesie, Zeitgenössisches mit traditionellen Techniken und Symbolen. Als Künstlerin, die sich zwischen Istanbul und München bewegt, interessieren sie die Zwischenräume von Kulturen. In ihren Bildern finden wir Grenzgänger, wabernde Figuren, die zwischen Anwesenheit und Abwesenheit changieren. https://www.ecegauer.com

Ece-Gauer

Eintritt: 4/6 Euro
Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters, Nora Zapf

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München

17. Ausgabe – mit HEIDRICH, LAPPERT, SAVOLAINEN und MILADINOVIC

16. November 2017, 20 Uhr
Einstein Kultur, Halle 3

Lyrik: Christiane Heidrich (Stuttgart), Patrick Savolainen (Bern/Schweden), Simone Lappert (Basel)
Kunst: Anuk Miladinović (München/Basel)

In unserer letzten Ausgabe in diesem Jahr zeigt die Künstlerin Anuk Miladinović eine fulminante Videoarbeit, die über die gesamte Dauer der Veranstaltung mit den Texten interagiert. Die Arbeit wurde im vergangenen Jahr für das Festival “BuchBasel” erstellt, bei dem wir als Reihe eingeladen waren, und wird nun erstmals in München gezeigt. Es lesen Christiane Heidrich, Patrick Savolainen und Simone Lappert, die aus Stuttgart, Schweden und Basel angereist kommen. Sie sind drei der spannendsten neuen Stimmen in der aktuellen Lyrik. Auf den Bildern unten sieht man sie bei der Veranstaltung in Basel.

LYRIK

Christiane Heidrich, geb. 1995 in Karlsruhe, lebt in Stuttgart und Wien. Seit 2013 studiert sie Bildende Kunst an der ABK Stuttgart, seit 2014 am Institut für Sprachkunst in Wien. Veröffentlichungen in Zeitschriften, Anthologien und online, u.a. in Edit – Papier für neue Texte, Bella Triste, randnummer literaturhefte, “all dies hier, Majestät, ist deins. Lyrik im Anthropozän” (kookbooks, 2016) und auf warehouse.industries.

IMG_20161112_220245

Patrick Savolainen, geb. 1988, arbeitet als freier Autor und Grafiker. Aktuelle Veröffentlichung: Die Pulp-Novelle «Julius Ambrosius und das Ei aus Malachit» (die brotsuppe, 2017).

IMG_20161112_230314

Simone Lappert, geb. 1985, studierte Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel und lebt als freie Autorin in Basel. 2014 erschien ihr Debütroman Wurfschatten im Metrolit Verlag Berlin. Sie ist literarisch und performativ an diversen Kunstprojekten beteiligt, Mitglied der Basler Lyrikgruppe und Jurymitglied des Basler Lyrikpreises, Mitbegründerin der transdisplinären Gesprächsreihe Raum für Unsicherheit, Schweizer Kuratorin für Babelsprech.International und Mitglied des Ads (Autoren der Schweiz).

IMG_20161112_221910

KUNST

Anuk Miladinović, geboren in Basel, Studium an der AdBK München, lebt und arbeitet in Basel und München.

portrait_anuk_miladinovic

20.00 Uhr | Einstein Kultur, Halle 3 | Einsteinstraße 42 (U 4/5 Max-Weber-Platz) | 4/6 Euro
Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters, Nora Zapf

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München

 

Kooperation: Latinale München

Zum elften Mal findet in diesem Jahr das mobile Literaturfestival Latinale statt, das in diesem Jahr auch nach München kommt. Die Abschlusslesung am Freitag, den 27. 10., findet in Kooperation mit meine drei lyrischen ichs statt:

Lesung (sp./dt.) / Lectura (esp./alemán) mit / con
Paula Abramo, Frank Báez, Miguel Ángel Petrecca, Krister Schuchardt, Theresa Seraphin und Daphne Weber

Rationaltheater, Hesseloher Str. 18, 80802 München
Eintritt frei / Entrada libre

cropped-header_gross_def