37. Ausgabe – mit POGACAR, SEVERIN, HUAMANCHUMO DE LA CUBA und HANNWACKER

Mittwoch, 25. Juni 2025, 20 Uhr – Kunstverein München

LYRIK: Marko Pogačar (Zagreb/Wien), Tillmann Severin (Berlin), Ofelia Huamanchumo de la Cuba (München)
KUNST: Vincent Hannwacker (München)

meine drei lyrischen ichs laden zu einer besonderen Veranstaltung: Die Reihe feiert 13. Geburtstag, begrüßt internationale Gäste und alte Bekannte. Wie stets wird dabei Gegenwartslyrik auf künstlerische Arbeiten treffen, die nur für diesen Abend im Kunstverein zu sehen sind.

Mit Marko Pogačar ist ein poetischer Kosmopolit zu Gast. Er wurde 1984 in Split geboren, lebt in Zagreb und Wien und von ihm wurden über 50 Bücher in 17 Ländern und 12 Sprachen veröffentlicht. Auf Deutsch erscheinen seine Bücher in der Edition Korrespondenzen, zuletzt der Band “Glossen gegen Gott”. Er schreibt Lyrik, Prosa, Essays und Kritiken.

Foto (c) Hassan Abdelghani

Tillmann Severin kehrt an den Ort zurück, den er jahrelang mitgeprägt hat: Er war von 2013 bis 2015 Mitorganisator unserer Reihe. Mittlerweile lebt und arbeitet er in Berlin, schreibt Lyrik und Prosa und übersetzt aus dem Russischen. 2022 erschien sein Lyrikdebüt “museum der aussterbenden mittelschicht”, 2024 der von ihm übersetzte Band “Meine Vagina” von Galyna Rymbu, beides im Verlagshaus Berlin, zu dessen Verleger*innenteam er seit 2019 gehört.

Foto (c) Literarisches Colloquium Berlin

Ofelia Huamanchumo de la Cuba steht für die Vielsprachigkeit der Münchner Literatur. Sie wurde 1971 in Peru geboren und lebt seit vielen Jahren als Autorin von Lyrik und Prosa in München. Nach zahlreichen Veröffentlichungen in Anthologien ist vor Kurzem ihr erstes Buch in einem deutschsprachigen Verlag erschienen: der Erzählband “Nachtschichten” im MARO-Verlag. Sie übersetzt deutsche Lyrik ins Spanische und ist als Hispanistin tätig.

Foto (c) privat

Als Künstler ist Vincent Hannwacker zu Gast. Er wurde 1997 geboren, studierte an der Akademie der Bildenden Künste München in der Klasse von Julian Rosefeldt Medienkunst und Drehbuch an der HFF München. Er arbeitet sowohl mit Malerei als auch audio-visuell, wobei seine Ansätze von inszenierten Filmen über Dokumentationen bis hin zu Dia-Projektionen und KI-Experimenten reichen. Seine Arbeiten wurden unter anderen im Louvre in Paris, im Haus der Kulturen in Berlin und im Kunstverein Leipzig gezeigt und mehrfach prämiert.

Foto (c) privat

Eintritt: 7/5
Kuration und Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters, Nora Zapf

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München

36. Ausgabe – mit SCHLOYER, JOFRÉ, ACHTER und MARKHARDT

Donnerstag, 24. April 2025, 20 Uhr – Kunstverein München

LYRIK: Christian Schloyer (Nürnberg), Pablo Jofré (Berlin/Madrid), Carmen Achter (Augsburg)
KUNST: Nina Markhardt (München)

Auch nach dem Literaturfest geht es in München weiter mit aufregender neuer Literatur: „meine drei lyrischen ichs“ begrüßen zu ihrer ersten Veranstaltung in diesem Jahr. Zu Gast sind zum einen drei Stimmen, die für die Vielfalt und Vielsprachigkeit der Gegenwartslyrik stehen. Zum anderen interagiert die Lyrik wie stets mit bildender Kunst, die nur für diesen Abend im Kunstverein zu sehen sein wird.

LYRIK

UPDATE: Die ursprünglich angekündigte Lütfiye Güzel fällt leider kurzfristig aus. Wir freuen uns sehr, dass wir spontan Christian Schloyer als Ersatz gewinnen konnten.

Christian Schloyer lebt in Nürnberg und schreibt Gedichte wie Game-Level, verbindet Sprachklang mit elektroakustischer Improvisation – und erschafft queerfeministische, erkenntniskritische, technikskeptische Resonanzräume. Als vielfach ausgezeichnete:r Lyriker:in (u. a. Leonce-und-Lena-Preis, Lyrikpreis München) experimentiert xier „synpoetisch“ zwischen Poesie, Sound-Performance und Spielmechaniken. Der jüngste Doppelband „VENUS–MARS“ (Poetenladen, 2024) kreist als poetisches Zwillingssystem um planetare Grenzen und Genderambivalenz – und setzt dem Banalen und Brutalen unserer Gegenwart die Schönheit von Komplexität entgegen.

Foto (c) privat

Der chilenische Dichter Pablo Jofré, geb. 1974, wohnt u. a. in Berlin, kommt für diese Veranstaltung aber extra aus Madrid angereist. Von ihm erschienen zahlreiche Gedichtbände auf Spanisch sowie in deutscher Übersetzung zuletzt die gesammelten Gedichte unter dem Titel „Straße um Straße“ (parasitenpresse, 2023). Seine Gedichte wurden vertont, verfilmt und bepreist. Im WDR hieß es über Jofré einmal: „Sein Blick ist politisch, sein Sound ist mondän. […] Pablo Jofré seziert die Gesellschaften, die er bereist.“

Foto (c) Isabel Wagemann

Für die Augsburger Dichterin Carmen Achter, geb. 1973, sind Veranstaltungen, bei denen Lyrik und bildende Kunst interagieren, nichts Neues. Sie hat, wie sie schreibt, „ein Faible für spartenübergreifendes Arbeiten“ und ist mit ihren Gedichten zuletzt vermehrt in Kunsträumen präsent. Achter stand auf der Longlist des Lyrikpreises München, kuratierte für den Literaturkanal Augsburg die Reihe „Breakfast Poems“ und ist bei den Artists Against Antisemitism aktiv. In München ist sie seit vielen Jahren regelmäßig Teil des Veranstaltungsformats „Kooperationen“.

Foto (c) Frauke Wichmann

KUNST

Als Bildende Künstlerin ist mit ihren Arbeiten Nina Markhardt, geb. 1992, zu Gast. Sie studierte an der Akademie der Bildenden Künste München bei Markus Oehlen und Andreas Breunig Grafik und Malerei und absolvierte dort 2024 ihr Diplom. Sie befasst sich mit den Strukturen und Kreisläufen der Natur, spielt mit dem Zufall, experimentiert mit organischem Material und kombiniert biologische Elemente miteinander. Dabei stellt sie sich die Frage, welche Rolle Pilze in der Vergangenheit, der Gegenwart und in der Zukunft spielen. Transformation, Verflechtung und Symbiose sind Prozesse, die in Markhardts Praxis immer präsent sind.

Foto (c) Emily Frey

Eintritt: 7/5
Kuration und Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters, Nora Zapf

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München

35. Ausgabe – mit SZALAY, KAUFMANN, ERBELDING und HEINRICH

Donnerstag, 14. November 2024, 20 Uhr – Kunstverein München

LYRIK: Elena Kaufmann (Berlin), Christoph Szalay (Steiermark)
TEXT UND KUNST: Jan Erbelding (München), Hannes Heinrich (München/London)

In der letzten Ausgabe meine drei lyrischen ichs in diesem Jahr begegnen sich nicht nur hochspannende Positionen der gegenwärtigen Lyrik und Kunst. Die Veranstaltung ist auch dem Zusammenspiel und den fließenden Übergängen zwischen den unterschiedlichen Bereichen der künstlerischen Praxis gewidmet. Wir freuen uns auf folgende Gäste:

Christoph Szalay, geb. 1987 in Graz, ist literarisch und kuratorisch tätig und verbindet in seinen transdisziplinären Arbeiten oft literarische und künstlerische Räume. Er studierte Germanistik in Graz sowie Kunst im Kontext an der UdK Berlin und betrieb professionell Wintersport. Szalay ist verankert im obersteirischen Alpenraum. Zuletzt erschienen u.a.: H U R T, Ritter Verlag (2024); S O F T (Acts of Tenderness), Spielkarten, Center for Social Vision, Sofia (2023).

(c) Christoph Huber

Elena Kaufmann, geb. 1992, schreibt Gedichte sowie Theatertext und arbeitet multimedial mit Textbild und Video. Nach ihrem Literatur- und Philosophie-Studium in München und Paris lebt und arbeitet sie heute in Berlin. Veröffentlichungen im Jahrbuch der Lyrik, BELLA triste u.a. Ihr Künstlerbuch Dear world you have made the persons slow wurde international ausgestellt. Für die Arbeit an ihrem Lyrikband Hiat Heute, in dem sie sich mit Wahrnehmung im Informationszeitalter beschäftigt, erhielt sie ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats.

(c) Mathias Reitz Zausinger

Jan Erbelding ist Autor, Fotograf und Objektkünstler. Seine meist textbasierte künstlerische Praxis vermittelt sich durch Performances, Rauminstallationen und eigene Publikationen. Persönliche Erfahrungen und Ideen verbindet Erbelding mit historischen Fakten und Figuren, literarischen Referenzen sowie gesellschaftspolitischen Kommentaren zu weitverzweigten, poetischen Erzählungen. Zuletzt erschienen Financial Times. A Wall Street Journal (2024) und Simone Weil Fanboy Text (2022) beim Zine-Label Vague Intellectual Pleasures. Zusammen mit Leo Heinik und Maria VMier bildet Jan Erbelding seit 2017 das Künstler:innenkollektiv Ruine München.

(c) Robert Hamacher

Hannes Heinrich, geb. 1989,studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Karin Kneffel und an der SLADE School of Fine Arts London (UCL). In seinen Arbeiten bilden Gegenstandslosigkeit und Figuration keinen Gegensatz, sondern sind gleichwertige Möglichkeiten seines Malereivokabulars. Er überblendet die ständige, konkrete Neubefragung des Bildraums mit den scheinbar banalen Verzweigungen des Alltäglichen, spielt mit Beiläufigkeit und Dramatik, Zufall und Entscheidung und schafft so Bilder, die die eigene Wahrnehmung hinterfragen und konsequent Widersprüche aushalten. Hannes Heinrich lebt und arbeitet in München und London.

(c) Verena Hägler

Eintritt: 7/5
Kuration und Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters, Nora Zapf

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München

Spezialausgabe beim “Schamrock-Festival der Dichterinnen”

Wir freuen uns, ein weiteres Mal zu Gast beim Münchner “Schamrock-Festival der Dichterinnen” zu sein, das in diesem Jahr unter dem Motto “Conference of the Birds” stattfindet. Unser Slot:

Freitag, 25. 10. 2025, 18 Uhr, whiteBOX München
Fokus “meine drei lyrischen ichs” mit Nora Zapf (München), Anaïs Meier, Paula Rot Duo (Katja Brunner/Magda Drozd) (Schweiz)

Hier alle Infos: Schamrock-Festival.

34. Ausgabe – mit FEBRUARY, FILIPS, NYANZI und USCHBALIS

Donnerstag, 25. Juli 2024, 20 Uhr – Kunstverein München

LYRIK: Logan February (Berlin), Christian Filips (Berlin), Stella Nyanzi (München)
KUNST: Elina Uschbalis (München)

Wozu sind Gedichte imstande in Zeiten, die verunsichern? Was haben sie zu sagen, und wie tun sie es? Die zweite Ausgabe meine drei lyrischen ichs in diesem Jahr wird ein Ort sein, um das zu erleben. Zu Gast sind drei starke poetische Stimmen, die Lyrik nicht als Ablenkung, sondern als Auseinandersetzung mit der Gegenwart verstehen. Der Abend wird vielsprachig, vielstimmig und wortgewaltig. Dabei interagiert die Lyrik wie stets mit einer eigens für den Abend konzipierten Kunstinstallation.

Logan February, geboren 1999 in Nigeria und zurzeit mit einem DAAD-Stipendium in Berlin, hat eines der Bücher des Jahres geschrieben: In Mental Voodoo (Engeler 2024) treffen präkoloniale, genderfluide westafrikanische Traditionen auf queere Fragen der Gegenwart. Es ist nach drei Chapbooks und einem Gedichtband das erste Buch von Logan February in deutscher Übersetzung und entfaltet “einen Kosmos von enormer rhythmischer und bildlicher Intensität” (Marie Luise Knott, Lyrik-Empfehlungen 2024).

Foto (c) Numan Hirokazu

Christian Filips, geboren 1981, kommt ebenfalls aus Berlin angereist. Er ist der Übersetzer von Mental Voodoo und selbst seit vielen Jahren eine der spannendsten poetischen Stimmen im deutschsprachigen Raum. “Im Traum die Auskunft sagt: Hier!” heißt sein im letzten Jahr erschienener neuer Band mit ausgewählten Gedichten von 1996–2022 (Engeler 2023). Sie gehen auf die intimen Dinge ein und auf die politischen Zustände zu, sie nehmen sich ihrer an, geben sie wieder oder protokollieren das Scheitern ihrer Wiedergabe.

Foto (c) Silviu Giuman

Stella Nyanzi, geboren in Uganda,lebt zurzeit als Stipendiatin des Writers-in-Exile-Programms des PEN Deutschland in München. Ihre Gedichte, von denen bisher drei Bände vorliegen, widmen sich ausdrucksstark dem afrikanischen Feminismus, LGBTQIA+-Themen sowie politischer und Klimagerechtigkeit. Entstanden sind sie u.a. in einem Hochsicherheits-Gefängnis in Uganda, wo sie 18 Monate lang inhaftiert war, nachdem sie ein Gedicht zum Geburtstag des Staatspräsidenten geschrieben hatte. Für ihren kompromisslosen Einsatz für die Meinungsfreiheit wurde sie 2020 mit dem PEN International Award für Freedom of Expression ausgezeichnet.

Foto (c) Rick Burger 2023

Elina Uschbalis, geb. 1989 in Almaty, studierte an der Akademie der Bildenden Künste München und wurde 2015 Meisterschülerin bei Jean-Marc Bustamante. Sie hatte zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. Elina lebt und arbeitet als bildende Künstlerin in München. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit Körpererinnerungen, Sehnsuchtsprojektionen und menschlichen Urtrieben. Ihre Materialien sind Keramik, Glas, Porzellan und Fotografie.

Foto (c) privat

Eintritt: 7/5
Kuration und Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters, Nora Zapf

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München

33. Ausgabe – mit DÜNDAR, ŞENOCAK, GÓMEZ und WEILGUNI

Donnerstag, 8. Februar 2024, 20 Uhr – Kunstverein München

LYRIK: Özlem Özgül Dündar (Leipzig), Zafer Şenocak (Berlin), Sara Gómez (München)
KUNST: Raphael Weilguni (München)

“Lyrik ist das, was nicht paraphrasiert werden kann”, in etwa so hat es einmal die Dichterin Anja Utler gesagt. Übertragen auf einen Lyrikabend hieße das: Das lässt sich nicht zusammenfassen, das musst du erlebt haben. Für unsere erste Ausgabe in diesem Jahr, bei der wie stets neue Dichtung und Kunst interagieren, dürfte es allemal gelten – und das liegt an ihren wunderbaren Gästen:

Aus Leipzig ist Özlem Özgül Dündar zu Gast. Ihr lyrisches Debüt “gedanken zerren” legte sie 2018 im Elif Verlag vor, für den sie zuvor bereits mehrere Gedichtbände aus dem Türkischen übersetzt hatte. Sie ist zudem Theater-, Roman-, Hörspiel- und Essayautorin und leitet seit letztem Jahr die Lesereihe “ZÜRN” in Leipzig mit.

Gut mit München vertraut ist Zafer Şenocak, der hier und in Istanbul aufwuchs und indes in Berlin lebt. Er schreibt auf Deutsch und Türkisch, literarisch und politisch und ist ebenfalls in nahezu allen Gattungen zuhause. 2022 erschien von ihm der Band “Lichtbruch” bei hochroth Berlin, übersetzt aus dem Türkischen von Achim Wagner.

Die Münchner Autorin Sara Gómez veröffentlichte im Winter 2021 den Gedichtband “geschlachtete Gletscher” im scaneg Verlag. Sie arbeitet als freie Autorin, feministische Selbstverteidigungstrainerin und ist Mitglied des feministischen Autor*innen-Kollektivs “wepsert”.

Raphael Weilguni, der ebenfalls in München lebt, zeigt eigens für die Veranstaltung entstandene skulpturale Arbeiten. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste München in der Klasse von Jean-Marc Bustamante und Florian Pumhösl. Seine Arbeiten waren zuletzt u.a. in der Ausstellung “KUNST DES FORMENS. Porzellan und Keramik der Gegenwart” im KOENIGmuseum Landshut zu sehen.

Eintritt: 7/5
Kuration und Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters, Nora Zapf

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München

LYRIK

Foto: Dirk Skiba

Özlem Özgül Dündar ist freie Autorin und studierte Literatur und Philosophie in Wuppertal und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sie schreibt Lyrik, Prosa, Theaterstücke, Hörspiele und Essays. Sie veröffentliche den Gedichtband „gedanken zerren“ (2018 Elif) und war Mitherausgeberin der Anthologie „Flexen – Flaneusen* schreiben Städte“ (2019 Verbrecher). Ihre Theaterstücke wurden an verschiedenen Theatern gespielt und u.a. als Hörspiele vertont. Sie performt mit ihren Kollektiven Ministerium für Mitgefühl und kollektiv flexen und veranstaltet seit 2023 die Lesereihe ZÜRN in Leipzig.

Foto: Andreas Mitselos

Zafer Şenocak, 1961 in Ankara geboren, wuchs in Istanbul und München auf und lebt seit 1989 in Berlin. Er debütierte mit Gedichten, schrieb mehrere Romane in deutscher und türkischer Sprache, sowie Essays über bruchstückhafte Identitäten und kulturelle Risse. Seine Gedichte wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Zuletzt: Lichtbruch, übers. Aus dem Türkischen von Achim Wagner, hochroth Berlin 2022. Mai 2024 erscheint in Boston/USA, eine Übersetzung der türkischen Gedichte ins Amerikanische, übers. Kristin Dickinson, First Light, Zephyr Press.

Foto: Tim Kuhn

Sara Gómez, 1982 am Ammersee geboren, arbeitet als freie Autorin und feministische Selbstverteidigungstrainerin in München. Sie schreibt v.a. Prosa, Lyrik, Hörspiele und schlägt auch mal ein Brett durch oder liest „all about love“ von bell hooks. Seit sie 2021 beim wepsert-Kollektiv einstieg, veröffentlicht sie unter ihrem chilenischen Namen (vorher Sara M. Schüller). Zuletzt erschien ihr Gedichtband „geschlachtete Gletscher“ beim scaneg Verlag, München.  

KUNST

Foto: Julia Milberger

Raphael Weilguni, geb. 1989 in Augsburg, lebt und arbeitet als bildender Künstler in München. Bis 2017 Studium an der Akademie der Bildenden Künste München, Klasse von Jean-Marc Bustamante und Florian Pumhösl. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, zuletzt u.a. im KOENIGmuseum Landshut, der Gisela Clement gallery Bonn, der Galerie Schöttle in München sowie bei den Jahresgaben im Kunstverein.

32. Ausgabe – mit KILIC, THIESSEN, MAINKA und SCHMIDT

Donnerstag, 12. Oktober 2023, 20 Uhr – Kunstverein München

LYRIK: Ilse Kilic (Wien), Lotta Thießen (Berlin)
KUNST & TEXT: Sophia Mainka, Sophie Schmidt (München)

Die Vielfalt künstlerischer Positionen war schon immer das Programm unserer Reihe, für die dritte und letzte Ausgabe in diesem Jahr gilt das aber in besonderem Maße: Es treffen Dichterinnen und Künstlerinnen verschiedener Generationen aufeinander, die in ganz unterschiedlichen künstlerischen Szenen verortet sind und auf ganz unterschiedliche Weise mit Text arbeiten. Alle verbindet die regelmäßige Zusammenarbeit mit anderen Künstler:innen und in verschiedenen künstlerischen Bereichen. Beim Kunst-Part kommt es dabei zu einer Premiere.

Zu Gast aus dem “Fröhlichen Wohnzimmer” in Wien, wo sie zeichnet, schreibt und lebt, ist die Autorin Ilse Kilic. Sie ist seit vielen Jahren nicht wegzudenken aus der österreichischen Literatur und Wiener Subkultur, hat mehrere Dutzend Bücher veröffentlicht, darunter Lyrik, Prosa und Graphic Novels (zuletzt u.a. „Nimm dich in Acht vor dem lobenden Mundˮ. Des Verwicklungsromans 13. Teil, gemeinsam mit Fritz Widhalm, edition ch 2023).

Aus Berlin kommt Lotta Thießen angereist. Sie ist Lyrikerin, Übersetzerin und war von 2015 bis 2022 Mitglied der international und vielsprachig ausgerichteten Literaturinitiative “artiCHOKE”, mit der sie die gleichnamige Lese- und Publikationsreihe für engagierte zeitgenössische Lyrik organisierte. Von ihr erschien zuletzt der Band “Fragments of Baby” bei Materialien in München (2019).

Für den Kunst-Part kollaborieren in dieser Ausgabe mit Sophie Schmidt und Sophia Mainka erstmals zwei Münchner Künstlerinnen. Beide arbeiten in diversen Medien wie Zeichnung, Bild, Installation, Text, Performance, Skulptur und Video.

In Sophie Schmidts künstlerischer Arbeit ist der Körper zentral, ein Körper, der sich öffnet und verbindet. Dabei geht es Sophie Schmidt um ein anderes In-der-Welt-Sein: Sie unternimmt eine Neukombinatorik des Körpers, die die menschliche Anatomie, wie auch das Menschsein und die Weltsicht transformiert.

Ausgangspunkt der künstlerischen Praxis von Sophia Mainka ist das Interesse am Lebensraum und der (teilweise durchlässigen) Grenze zwischen privatem und öffentlichem Raum. Mainkas Untersuchung beginnt dabei mit ihrer eigenen Positionierung und damit einem Blick aus der westeuropäischen, suburbanen Mittelschicht, der sich auf allgemeinere Fragen unserer Zeit richtet.

Eintritt: 7/5
Kuration und Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters, Nora Zapf

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München

LYRIK

Ilse Kilic, geb. 1958 in Wien, lebt in Wien im Fröhlichen Wohnzimmer (www.dfw.at). Schreibt, zeichnet, liest und schwimmt allein und mit anderen. Seit 2019 Präsidentin der Grazer Autorinnen Autorenversammlung. Literatursendung auf Radio Orange/ Freies Radio in Wien, Wohnzimmerfilmrevue auf okto.tv. Zuletzt erschienen: „Fadenspannung – Eine Verbündungˮ, Ritter Verlag 2021; „Nimm dich in Acht vor dem lobenden Mundˮ Des Verwicklungsromans 13. Teil, gemeinsam mit Fritz Widhalm, edition ch 2023; „Du siehst ja immer noch ganz okay aus. Oder etwa nicht?“, Graphic Novel, gemeinsam mit Fritz Widhalm, edition farce vivendi 2023

Lotta Thießen ist in Portugal aufgewachsen und lebt als Lyrikerin und Übersetzerin in Berlin. Zwischen 2015 und 2022 hat sie als Mitglied der artiCHOKE e.V. die gleichnamige Lese- und Publikationsreihe für engagierte zeitgenössische Lyrik organisiert. Ihr erstes Chapbook  „In This“ wurde 2016 gedruckt. 2019 erschien „Fragments of Baby“ bei Materialien (München). Derzeit arbeitet sie an „Münzenfresser“, einer Gedichtreihe über Zeit, Körper, reproduktive Arbeit, Verlangen und Wahrnehmungsverschiebungen.

KUNST UND TEXT

Sophia Mainka, lebt und arbeitet zwischen Paris und München, geboren 1990 in München, wo sie zunächst Philosophie studierte und 2020 ihr Studium als Meisterschülerin an der Akademie der Bildenden Künste München abschloss. Seit 2022 ist sie als künstlerische Mitarbeiterin an der AdBK München tätig. Ihre Arbeit wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Erwin und Gisela von Steiner Stiftungspreis (2020) für ihre Diplomarbeit, dem Debütant*innenpreis des BBK München (2021), dem Kickstarterstipendium des Kunstfonds Bonn (2021) oder dem Leonard und Ida Wolf Gedächtnispreis der Landeshauptstadt München (2018). 2021 erschien ihr erster Einzelkatalog „Big House Silver Star“. Mainka arbeitet mit verschiedenen Medien wie Zeichnung, Skulptur und Video, die sie in diversen Einzel- und Gruppenausstellungen in meist raumfüllenden Installationen inszeniert. Im vergangenen Jahr war sie Stipendiatin an der Cité international des Arts in Paris und ab September 2023 an der Fondation Fiminco in Romainville, Ile de France. http://www.sophiamainka.com

Sophie Schmidt (*1986) lebt und arbeitet in München. Sie hat Kunstpädagogik sowie Bildende Kunst in München und Wien studiert. Sie wurde mit zahlreichen Stipendien ausgezeichnet, u.a. mit dem USA-Stipendium des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (2022), dem Taipei Residency Program (2021), dem Kunststipendium des Deutschen Studienzentrums in Venedig (2021), dem Arbeitsstipendium A1 der Stiftung Kunstfonds (2020) und dem Art Scholarship der Jan van Eyck Academie Maastricht (2017–18). Zahlreiche Einzel- und Gruppenaustellungen im In- und Ausland, jeweils von Performances begleitet.

31. Ausgabe – mit HABBAL, KRANER, LAVRENCHUK und LUKAS

Donnerstag, 20. Juli 2023, 20 Uhr – Kunstverein München

LYRIK: Rasha Habbal (Trier), Jakob Kraner (Wien), Sasha Lavrenchuk (München/Kiew)
KUNST: Timur Lukas (München)

meine drei lyrischen ichs werden elf Jahre alt, und die Reihe zeigt auch in ihrer zweiten Ausgabe in diesem Jahr wieder die so große wie spannende Bandbreite aktueller Dichtung und Kunst. Es treffen sich drei Dichter:innen, drei Sprachen und Lyrik auf Kunst:

Aus Trier ist die syrische Dichterin Rasha Habbal zu Gast, die 2021 den Band “Die letzte Frau” im Verlagshaus Berlin veröffentlicht hat. Darin thematisiert sie u.a. die syrische Revolution von 2011, den Bürgerkrieg und das Leben in Deutschland. Nachdem er bei der letzten Ausgabe erkrankt ausfiel, freuen wir uns umso mehr, diesmal Jakob Kraner aus Wien zu begrüßen. Er hat vor Kurzem sein Debüt “Kosmologie” vorgelegt (Matthes & Seitz). Das Buch ist eine “kühn-formale Evolutionsgeschichte geometrischer Formen” und entzieht sich klassischen Gattungszuordnungen: Es arbeitet mit Text und Illustration, ist zugleich experimenteller Roman und poetische Prosa. Die ukrainische Dichterin und Drehbuchautorin Sasha Lavrenchuk lebt seit 2022 in München und veröffentlichte bisher drei Gedichtbände. Ihre jüngeren Texte, mit denen sie zuletzt etwa in der Galerie “Super+Centercourt” zu Gast war, setzen sich u.a. mit der Gegenwart des Krieges auseinander: “Nur in der VR-Realität kann ich jetzt manchmal in ein normales Leben eintauchen, alles andere ist schon lange ein Film.”

Der Veranstaltungsraum wird künstlerisch bespielt von Timur Lukas. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München, war Meisterschüler bei Gregor Hildebrandt und machte dort 2018 sein Diplom. Er zeigt Malereien, die auf alten Amateurfotografien und Postkarten basieren und “die fremden Schnappschüsse zu universalen Erinnerungsräumen” transformieren (Lisa Stoiber). Seine Arbeiten werden mit der aktuellen Einrichtung des Foyers zum 200. Jubiläum des Kunstvereins interagieren.

LYRIK

(c) privat

Rasha Habbal, geb. 1982 in Hama/Syrien, ist eine syrische Schriftstellerin, die vor allem als Lyrikerin in Erscheinung getreten ist. Von ihr erschien 2014 ein Gedichtband auf Arabisch mit dem Titel „Wenig von dir … Viel vom Salz“. 2014 beteiligte sie sich an der von Ishraga Mustafa Hamid an der Universität Hamburg herausgegebenen Anthologie „Lebensgesang syrischer kulturschaffender Frauen: Gegen das Dröhnen der Kugeln“ und 2013 an einer Anthologie zeitgenössischer arabischer Lyrik auf Griechisch. 2017 erschien ein Text von ihr in dem vom Frauenkulturbüro NRW e.V. herausgegebenen Band “Ohne Worte – Mit anderen Worten”. Rasha Habbal erhielt 2018 als erste Autorin das Stipendium Torschreiber am Pariser Platz für Schriftsteller*innen Im Exil.2020 Wieterschreibe-Wiesbaden-Stipendium.2021 erschien ihr erster Gedichtband auf Deutsch, “Die letzte Frau”, im  Verlagshaus Berlin. Sie lebt in Trier.

(c) Apollonia T. Bitzan

Jakob Kraner lebt in Wien. Er studierte Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst und Philosophie. Er übersetzte aus dem Slowenischen und Englischen und erweitert mitunter seine Literatur in die Bereiche Performance und Musik, wie in den Kollaborationen VIEIDER/KRANER und Smashed To Pieces. Sein Debüt „Kosmologie” erschien 2022 bei Rohstoff/Matthes & Seitz Berlin. Aktuell Jahresstipendiat des Bundes für das Nachfolgeprojekt “Katastrophe mon amour!” (Roman)

(c) privat

Sasha Lavrenchuk was born in Kyiv, Ukraine. Poet, screenwriter. She graduated from the Institute of International Relations at Taras Shevchenko National University of Kyiv and attended Advanced Literary Courses at Maksym Gorky Literature Institute. She participated at the “ScriptEast” Lab with her full-feature script about the most famous Ukrainian woman-poet Lesya Ukrainka. Her first short fiction film ‘Acoustics of Void’ was about to be produced when the war started. Sasha Lavrenchuk is a poet with three poetry collection books published: ‘1’ (2003), ‘Tourmaline’ (2009), “The Toothless Goluba’s Getting Her Teeth” (2007, poetry for children). Since March 2022, she have been living in Munich together with her two children, all three forced to leave Ukraine as war refugees. 

KUNST

(c) Lukas Weidenhaupt

Timur Lukas, geb. 1986 in Konstanz. Studium an der Akademie der Bildenden Künste München, 2017 Meisterschüler bei Prof. Gregor Hildebrandt, 2018 Diplom. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, zuletzt “Polychrom” im Museum Glaspalast H1 in Augsburg. Veröffentlichungen: “Dream Dys” (2022), “Der Wald vor Omas Fenster” (Distanz Publishing, 2020).

Eintritt: 5/7 Euro
Kuration und Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters und Nora Zapf

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München

30. Ausgabe – mit KRANER, NAWRAT, REICH und GALLI

Donnerstag, 2. März 2023, 20 Uhr – Kunstverein München

LYRIK: Jakob Kraner (Wien), Matthias Nawrat (Berlin), Reinhard Reich (München)
KUNST: Diana Galli (München)

Bei der ersten Ausgabe meine drei lyrischen ichs in diesem Jahr sind drei Autoren zu Gast, die vor Kurzem ihr Lyrikdebüt herausgebracht haben. Es handelt sich um drei hochgradig spannende Bücher, die gänzlich unterschiedliche Ausrichtungen haben und somit auch für die Vielfalt poetischer Schreibweisen in der Gegenwart stehen.

Der Wiener Jakob Kraner hat nach performativen Arbeiten und Publikationen in Zeitschriften und Anthologien nun mit “Kosmologie” seinen ersten Band vorgelegt (erschienen beim Matthes & Seitz-Imprintverlag Rohstoff). Das Buch ist eine “kühn-formale Evolutionsgeschichte geometrischer Formen” und entzieht sich gewitzt klassischen Gattungszuordnungen: Es arbeitet mit Text und Illustration, ist zugleich experimenteller Roman und poetische Prosa.

Der in Berlin lebende Autor Matthias Nawrat hat nach zahlreichen, viel beachteten Romanen jüngst sein Lyrikdebüt veröffentlicht. “Gebete für meine Vorfahren” ist in der parasitenpresse erschienen und handelt von einer Kindheit in Polen, von Flucht und von Heimatlosigkeit. Die Gedichte befragen die europäische Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts und die der globalisierten Gegenwart.

Der Münchner Autor und Übersetzer Reinhard Reich sagt über seine Texte: “Sprache kann eine Wirkmacht entfalten, der wir uns unterworfen fühlen, und zugleich die Möglichkeit eröffnen, uns mit ihrer Hilfe frei zu machen von Unterwerfung, Ohnmacht, Missbrauch. Indem wir diese zur Sprache bringen.” In seinem Debüt “shamen” (erschienen bei kookbooks) tut er dies auf bemerkenswerte Weise, indem er in Form des Rosenkranz-Gebetes über Missbrauchsfälle in Einrichtungen der katholischen Kirche spricht.

Als Künstlerin ist Diana Galli zu Gast. Ihre Arbeiten zeigen sich oft in bunten, poppigen Farben und nehmen es spielerisch mit dem Raum auf. Auch im Kunstverein wird sie für die drei lyrischen ichs Materialien und Räumlichkeit zur Interaktion bringen.

Eintritt: 5/7 Euro
Kuration und Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters und Nora Zapf

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München

LYRIK

(c) Apollonia T. Bitzan

Jakob Kraner lebt in Wien. Er studierte Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst und Philosophie. Er übersetzte aus dem Slowenischen und Englischen und erweitert mitunter seine Literatur in die Bereiche Performance und Musik, wie in den Kollaborationen VIEIDER/KRANER und Smashed To Pieces. Sein Debüt „Kosmologie” erschien 2022 bei Rohstoff/Matthes & Seitz Berlin. Aktuell Jahresstipendiat des Bundes für das Nachfolgeprojekt “Katastrophe mon amour!” (Roman)

(c) Lorena Simmel

Matthias Nawrat wurde1979 in Opole/Polen geboren. Er studierte Biologie, danach literarisches Schreiben. Er veröffentlichte Erzählungen, Essays, Auszüge aus seinem Tagebuch und die Romane „Wir zwei allein“ (2012), „Unternehmer“ (2014), „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“ (2015), „Der traurige Gast“ (2019) und „Reise nach Maine“ (2021). 2022 erschien sein erster Gedichtband mit dem Titel „Gebete für meine Vorfahren“. Für seine Bücher wurde er zuletzt mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichnet. Er lebt in Berlin.

(c) privat

Reinhard Reich wurde 1962 in München geboren. Nach dem Abitur am Benediktinergymnasium Internat Ettal studierte er Neuere deutsche Literatur/ Mediävistik/ Linguistik/ Slavistik in München, Freiburg und Moskau. Nach Abschluss der Deutschen Journalistenschule in München war er als freiberuflicher Journalist sowie als Übersetzer aus dem Russischen tätig. Für seine Arbeiten erhielt er Stipendien der Stadt München und Literarischen Colloquiums Berlin. Heute arbeitet er als freier Autor und Literaturvermittler.

KUNST

(c) privat

Diana Galli, geboren 1989, lebt und arbeitet in München. Sie ist gelernte Bühnenmalerin und -plastikerin und war bis 2016 am Staatstheater Nürnberg tätig. Im Jahr 2018 nahm sie ihr Studium an der Akademie der bildenden Künste München auf. Als Kuratorin und Kunstorganisatorin ist sie bei der galaxieoffgalerie aktiv. Diese versteht sich als Plattform, die aufstrebende KünstlerInnen und Kunstinteressierte zusammenbringt und deren Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten fördern will. Für Diana Galli sind divers kombinierte Materialien, deren Beschaffenheit und Funktionalität in Bezug auf den Körper und den umgebenden Raum ein wichtiges Sujet ihrer künstlerischen Arbeit. So schafft Galli in deren Konstellation raumgreifende Malereiinstallationen. Ihr Arbeitsprozess ist geprägt von einem Zusammenspiel aus theoretischer Reflexion und intuitiver Entscheidung.

29. Ausgabe – mit BARRE, KELLER, STEPPACHER und KIRGIS

Donnerstag, 3. November 2022, 20 Uhr – Kunstverein München

LYRIK: Lubi Barre (Hamburg), Judith Keller (Zürich), Elvira Steppacher (München)
KUNST: Felicitas Kirgis (München)

Nach der großen Jubiläumsfeier im Juli laden meine drei lyrischen ichs zum dritten und letzten Mal in diesem Jahr in den Kunstverein ein. Zu Gast sind drei Autorinnen, deren Schreiben auf ganz unterschiedliche Weise zwischen Gedicht und Erzählung angesiedelt ist. Lubi Barre gehört zu den prägenden Stimmen der Hamburger Literaturszene. Sie leitet dort u.a. die Lesereihe AHAB und das Festival Fluctoplasma mit. Von ihren eindringlichen Texten, die auf Englisch verfasst sind, liegt mit “Here and There” eine Sammlung in deutscher Übersetzung vor (Punctum Verlag, 2020). Die Texte verhandeln immer wieder familiäre Konstellationen und bewegen sich zwischen poetischer Kurzgeschichte und Prosagedicht. Auf ganz andere Weise ist auch die Zürcher Autorin Judith Keller eine Meisterin des lyrischen Erzählens. Ihre Texte bestehen oft aus wenigen Sätzen, die durch Lakonie und Sprachwitz bestechen. Sie veröffentlichte zuletzt mit der Fotografin Nicola Zachmann das Kunstbuch “The battered Trust / Das ramponierte Vertrauen” im Vexer-Verlag. Elvira Steppacher gehört zu den spannendsten neuen Stimmen der Münchner Literatur. Sie veröffentlichte dieses Jahr ihr Prosa-Debüt “Von Fall zu Fall. Ein Stundenheft” im Braumüller-Verlag. Bei meine drei lyrischen ichs ist sie erstmals mit ihren Gedichten zu Gast, die facettenreich einen Bogen vom Nature Writing zu den Satelliten im Weltall schlagen.

Als Künstlerin ist Felicitas Kirgis zu Gast, die an der Münchner Akademie der Bildenden Künste bei Karin Kneffel studiert. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich u.a. mit der Verbindung von Kunst und Schreiben. Sie wird den Leseraum mit malerischen Arbeiten bespielen.

Eintritt: 4/6 Euro
Kuration und Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters und Nora Zapf

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München

LYRIK

(c) Simon Inou

Lubi Barre, 1982 in Paris geboren, ist Autorin von Gedichten und Kurzgeschichten und lebt in Hamburg. Ihre Geschichte “Goodbye” veröffentlichte sie 2016 in der Anthologie “My Old Man” in Cannongate und im August 2020 in der deutschsprachigen Sammlung “Here and There” im Punktum Verlag. Sie ist Mitorganisatorin der unabhängigen Lesereihe AHAB, Gründerin und Organisatorin von Sprachlos und Mitglied des Residency Writers Room. Von 2016-2020 war sie Mitorganisatorin und Co-Moderatorin der Hafenlesung sowie 2020 und 2021 literarische Kuratorin des Festivals Fluctoplasma in Hamburg.

(c) privat

Judith Keller ist 1985 in Lachen (CH) geboren. Sie studierte Literarisches Schreiben in Biel und Leipzig sowie Deutsch als Fremdsprache in Berlin und Bogotá. 2017 erschien ihr Debüt “Die Fragwürdigen” beim Verlag der Gesunde Menschenversand. 2021 ihr zweites Buch „Oder?“ im selben Verlag. Sie lebt als freie Autorin und Sprachlehrerin in Zürich. Im Oktober 2022 wurde das Foto- und Text-Buch “The battered Trust / Das ramponierte Vertrauen” mit Bildern der Fotografin Nicole Zachmann und ihren Sätzen beim Vexer-Verlag veröffentlicht. 

(c) Lena Semmelroggen

Elvira Steppacher, geb. 1963, studierte in Münster und Santander (Spanien) und promovierte über Sinnlichkeit und Leiblichkeit im Motiv des kranken Erzählers bei Jean Paul und Clemens Brentano. 2019 nahm sie an einem Nature-Writing-Seminar der Bayerischen Akademie des Schreibens teil. Seither verfolgt sie eigene literarische Projekte, veröffentlichte 2022 ihr Prosa-Debüt „Von Fall zu Fall. Ein Stundenheft“ (Braumüller). Außerdem schreibt sie Kurzgeschichten und, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, erste Gedichte. „Sputnik Eins“ (aus dem „Satellitenzyklus“) fand Eingang ins „Jahrbuch der Lyrik 2022“ (Schöffling). Elvira Steppacher bloggt beruflich über Virtualisierung, Künstliche Intelligenz, Kommunikation und Ethik. Sie lebt und arbeitet in München. (http://www.elvirasteppacher.de)

KUNST

(c) Felicitas Kirgis

Felicitas Kirgis, geb. 1986, lebt und arbeitet in München. Sie studierte Kunstgeschichte und BWL an der LMU, war von 2012-2018 bei der Galerie Fred Jahn in München tätig sowie als freischaffende Texterin. Seit 2019 studiert sie Malerei bei Prof. Karin Kneffel an der Akademie der Bildenden Künste. www.felicitaskirgis.de