24. Ausgabe – mit PUNEH ANSARI, RAMY AL-ASHEQ, MIRA MANN und MARIA JUSTUS

14. Februar 2020, Kunstverein München, 20 Uhr

LYRIK: Puneh Ansari (Wien), Ramy Al-Asheq (Berlin), Mira Mann (München)
KUNST: Maria Justus (München)

Zur ersten Ausgabe “meine drei lyrischen ichs” in diesem Jahr kommen drei sehr eindringliche Stimmen der Gegenwartsliteratur zusammen. Die Wiener Autorin Puneh Ansari ist für ihre meisterhaft dystopischen Posts bekannt, die klug gesellschaftliche Mechanismen sezieren, voll sarkastischem Humor sind und existentielle Themen mit Banalem kombinieren. Bei mikrotext ist mit Hoffnun’ 2017 eine erste Auswahl ihrer Posts erschienen. Aus Berlin kommt der Lyriker, Journalist und Kurator Ramy Al-Asheq angereist. Er ist Mitveranstalter der “Arabisch-Deutschen Literaturtage” und Mitherausgeber des arabisch-deutschen Kulturmagazins “FANN”. Von seinen Gedichten, die “den Skandal der Gleichzeitigkeit von Krieg und Frieden erfahrbar werden” lassen (Monika Rinck), liegt nach fünf Bänden auf Arabisch nun auch eine Auswahl mit dem Titel Gedächtnishunde in deutscher Übersetzung vor (Sujet Verlag 2019). Aus München ist die Dichterin und Musikerin Mira Mann zu Gast. Ihrem fulminanten Debütband Gedichte der Angst (parasitenpresse 2019) folgte im Herbst die ebenso gefeierte EP Ich mag das (Problembär Records), deren Lyrics sich aus den Gedichten beziehen. Sie wird u. a. unveröffentlichte Texte aus ihrem zweiten Gedichtband lesen, der noch in diesem Jahr erscheint.

Das Foyer des Kunstvereins wird für diese Ausgabe von der Münchner Künstlerin Maria Justus bespielt. Von Chatbots bis zu Arnold Schwarzenegger finden sich in ihren multimedialen Arbeiten Witz, ein analytischer Blick und die diskursive Auseinandersetzung mit Popkultur, zwischenmenschlichen Beziehungen und AI.

Kuration und Moderation: Nora Zapf, Annalena Roters, Tristan Marquardt und Daniel Bayerstorfer

Eintritt: 4/6 Euro
Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München.

LYRIK

Puneh Ansari, geboren 1983 in Wien, studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft. Sie lebt als Autorin und Künstlerin in Wien. 2017 erschien ihr Buch Hoffnun’ bei mikrotext. Web: https://www.facebook.com/lepuscula.antarctica

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Ramy Al-Asheq ist ein syrisch-palästinensischer Dichter, Journalist und Kurator. Er hat bislang fünf Gedichtbände auf Arabisch veröffentlicht. Sein erster Gedichtband auf Deutsch, Gedächtnishunde, erschien 2019 im Sujet Verlag. Ende 2017 lancierte er das deutsch-arabische Kulturmagazin FANN. Außerdem ist er Kurator für das Literaturhaus Berlin und Mitgründer der Arabisch-deutschen Literaturtage Berlin. http://www.alasheq.net/en (Bild: Rashad Alhindi)

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Mira Mann ist Autorin und Musikerin. Anfang 2019 erschien ihr erster Gedichtband “Gedichte der Angst” im Verlag Parasitenpresse. Mann ist Gründungsmitglied der Postpunk-Band Candelilla (2001-2017), mit der sie drei Alben veröffentlichte. Im Herbst 2019 veröffentlichte sie ihr Solodebüt “Ich mag das“ beim Wiener Label Seayou Rec. Mann macht die monatliche Radiosendung „Text + Musik” für das Münchner commuity radio Radio 8000. Im Mai 2020 erscheint ihr zweiter Gedichtband “OK“ bei der Parasitenpresse.

Mira Mann

KUNST

Die russlanddeutsche Künstlerin Maria Justus (*1989 in Nowosibirsk)
studierte Malerei bei Jean-Marc Bustamante und zeitbasierte Medien bei
Julian Rosefeldt an der Akademie der Bildenden Künste in München. Ihre
künstlerische Arbeit beschäftigt sich mit der Komplexität der
zwischenmenschlichen Beziehungen und Verhaltensweisen. Die grundliegende
Recherche wird durch historische und popkulturelle Referenzen erweitert
und zu raumgreifenden multimedialen Installationen zusammengefügt. Seit 2018 ist Maria Justus künstlerische Leiterin des Off-Spaces „Galerie von Empfangshalle“ in München.

Maria Justus, Portrait SW

23. Ausgabe – mit JUCH, SCHMID, ROSCHAL und SÖLCH

13. Dezember 2019, Kunstverein München, 20 Uhr

 

LYRIK: Barbara Juch (Wien), Walter Fabian Schmid (Bern), Slata Roschal (München)
KUNST: Adrian Sölch (München)

Zur letzten Ausgabe in diesem Jahr sind drei so tolle wie unterschiedliche Dichter*innen zu Gast: Aus Wien kommt Barbara Juch angereist, Autorin und Perfomerin, und hat ihr fulminantes Manuskript BARBARA im Gepäck. Walter Fabian Schmid hat vor über sieben Jahren “meine drei lyrischen ichs” mitgegründet. Mittlerweile lebt er in Bern und hat sein Debüt “stimmapparatvibrato” in der Parasitenpresse veröffentlicht. Auf seine Rückkehr freuen wir uns ebenso wie auf die Lesung von Slata Roschal. Auch sie hat unlängst ihr Debüt herausgebracht: “Wir verzichten auf das gelobte Land” ist bei Reinecke & Voß erschienen, eine “gefährlich gute Sprache” attestierte die SZ dem Buch.

Als Künstler ist Adrian Sölch zu Gast. Er hat in diesem Jahr sein Diplom an der Akademie der bildenden Künste in München gemacht und wird eine Videoarbeit zeigen.

Kuration und Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters, Nora Zapf

Eintritt: 4/6 Euro

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München

 

LYRIK

Barbara Juch lebt in Wien. Sie studierte Amerikanische Literatur in Wien und New York, sowie Critical Studies an der Akademie der Bildenden Künste Wien.
Schreibt Lyrik und Prosa, macht Theater, und singt in MALA SIRENA. (Bild: Anna Spanlang)

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Walter Fabian Schmid, geb. 1983 in Regen, lebt in Bern. Studierte Diplom-Germanistik in Bamberg, arbeitete als Redaktor, Literaturvermittler und Texter. Sein Debüt “stimmapparatvibrato” erschien 2018 bei der parasitenpresse. Gründete gemeinsam mit Tristan Marquardt die Lesereihe meine drei lyrischen ichs. (Bild: Sascha Kokot)

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Slata Roschal, geb. 1992 in St. Petersburg/Russland, 1997 Umzug nach Deutschland,  zweisprachig aufgewachsen. Studium von Slawistik, Germanistik, Komparatistik in Greifswald,  aktuell Promotion in Slawistischer Literaturwissenschaft an der LMU München. Ihr Debüt “Wir verzichten auf das gelobte Land” erschien in diesem Jahr bei Reinecke & Voß. (Bild: Mike Lange)

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KUNST

Adrian Sölch ist ein bildender Künstler, der in seinen Performances, Videos und raumgreifenden Installationen aus der Zeit gefallene Männlichkeit-Ideale und romantische Natur-Vorstellungen aufgreift und kritisch hinterfragt. Dabei arbeitet er in seiner künstlerischen Praxis häufig mit großformatigen Ton-Skulpturen und seinem eigenen Körper und der Offenlegung seiner eigenen Persönlichkeit. Er räumt dem gesprochenen Wort eine genauso große Rolle ein wie seinen raumgreifenden Installationen mit manchmal tonnenschweren Ton-Objekten und spielt dabei inhaltlich immer wieder mit dem vermeintlich Authentischen, dessen Pathos und seiner Brüchigkeit. Adrian Sölch lebt derzeit in München und hat dieses Jahr sein Diplom als Meisterschüler bei Alexandra Bircken an der Akademie der Bildenden Künste erhalten.

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22. Ausgabe – mit DOMENECK, FÜCHSL, STACHLER und LOUW

19. Juli 2019, Kunstverein München, 20 Uhr

LYRIK: Ricardo Domeneck (Berlin), Franziska Füchsl (Wien), Alke Stachler (Augsburg)
KUNST: Gretta Louw (München)

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Wir feiern siebten Geburtstag! Zum Jubiläum gibt es ein diverses Line-Up: Aus Berlin kommt der brasilianische Dichter Ricardo Domeneck angereist. Er hat zahlreiche Gedichtbände vorgelegt und wurde in viele Sprachen übersetzt. Ein Band ist bisher in der deutschen Übersetzung von Odile Kennel erschienen: “Körper. Ein Handbuch” (Verlagshaus Berlin 2013). Franziska Füchsl und Alke Stachler haben in den letzten Jahren beide ihr Debüt im tollen neuen Salzburger Verlag “edition mosaik” veröffentlicht. Füchsl hat in Wien und Kiel Sprache und Gestalt studiert, “rätsel in großer schrift” lautet ihr sprachgewaltiger erster Gedichtband (2018). Stachler, die in Augsburg lebt, legte 2017 ihr Debüt “dünner ort” vor – es sind “besondere, dichte Beschreibungen zwielichtiger Ensembles aus Landschaft und Empfindung, die ihn zu einem Leseerlebnis mit starken Nachwehen machen” (Fixpoetry).

Die Kunst kommt in dieser Ausgabe von Gretta Louw. Ihre Arbeiten sind multi-disziplinär und arbeiten am Puls von neuen Technologien. Ob Gifs, Videos, Multimedia-Installationen, digital animations, Prints, online performances oder network Performances: Sie bewegen sich auf den Spuren der Digitalisierung und suchen deren Auswirkung auf psychologische und kulturelle Prozesse.

Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters, Nora Zapf

Eintritt: 4/6 Euro
Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München

LYRIK

Ricardo Domeneck, geboren 1977 in Bebedouro im Bundesstaat São Paulo, Brasilien, ist Dichter, Kurzgeschichtenschreiber und Essayist. Er veröffentlichte acht Gedichtbände und zwei Kurzprosasammlungen. Seine Gedichte wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Er arbeitet mit Video- und Klangpoesie und trat in Galerien und Museen im In- und Ausland auf. Für die Biennial of the Americas 2013 in Denver steuerte er neben anderen Künstlern Billboard Stücke bei. Mit dem amerikanischen Dichter und Musiker Ellison Glenn, alias Black Cracker betreibt er das Plattenlabel Gully Havoc in Berlin. Eine zweisprachige Anthologie seiner Gedichte wurde von Odile Kennel übersetzt und erschien in Deutschland unter dem Titel Körper: ein Handbuch (Verlagshaus Berlin, 2013). Ricardo Domeneck lebt und arbeitet in Berlin.

RicardoBild: Paul Mecky

Franziska Füchsl lebt in Wien. Sprache und Gestalt Studium in Kiel. 2018 erschien in der edition mosaik das Debut rätsel in großer schrift.

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Alke Stachler
, geb. 1984 in Temeswar/Rumänien, lebt seit 1990 in Deutschland. Studium der Englischen und Neueren Deutschen Literaturwissenschaften in Augsburg und Swansea/Wales. Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien, z. B. Lyrik von Jetzt 3, Jahrbuch der Lyrik, Akzente, Der Greif. 2016 erschien der Gedichtband dünner ort (edition mosaik, Salzburg), der in Kooperation mit der bildenden Künstlerin Sarah Oswald entstand. 2017 erhielt sie den Kunstförderpreis der Stadt Augsburg, 2018 für die Arbeit an ihrem zweiten Gedichtband ein Arbeitsstipendium des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. www.quadratur-des-herzens.blogspot.de

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KUNST

Gretta Louw, geb. 1981 in Südafrika, wuchs auf in Australien. Ihre Arbeiten wurden u. a. im Kunstmuseum Solothurn (CH), im Münchner Stadtmuseum (DE), der National Portrait Gallery (AUS), den UNSW Galleries (AUS), im LABoral (ESP) und der Galeri Nasional Indonesia (IDN) ausgestellt. 2014 erhielt sie den Heinrich Vetter Preis der Stadt Mannheim, 2017 das Bahnwärter-Stipendium der Stadt Esslingen. 2012 veröffentlichte sie ihr erstes Buch Controlling_Connectivity: Art, Psychology, and the Internet, darauf folgten 2013 Warnayaka Art Centre: Art in the Digital Desert und 2014 ihr erster Katalog Works 2011-2014 / Arbeiten 2011-2014. Zurzeit lebt und arbeitet sie in Deutschland und Australien.

bio photo_2019Bild: Maxine Hicks

Gastspiel für die “Unabhängigen Lesereihen” im heizhaus, Nürnberg

Donnerstag, 20. Juni, 20 Uhr / heizhaus Nürnberg

Zum fünften Mal lädt die Lesereihe »Die Unabhängigen Lesereihen – Gastspiele« nach Nürnberg ein: dieses Mal ins Heizhaus zur Münchner Lesereihe “meine drei lyrischen ichs”.

LYRIK: Ramy Al-Asheq (Berlin), Charlotte Warsen (Berlin), Christian Schloyer liest Falk Steffen (Nürnberg)
KUNST: Larissa Hanselka (Nürnberg)

Seit 2012 präsentieren “meine drei lyrischen ichs” pro Veranstaltung drei Lyriker*innen, die noch keinen oder erst einen eigenen Band veröffentlicht haben. Zwei kommen von extern, eine*r von vor Ort. Dabei interagiert die Literatur mit bildender Kunst: Für jede Ausgabe bespielt ein*e Künstler*in den Raum oder greift in die Lesesituation ein.

Charlotte Warsen, geb. 1984, lebt in Berlin. Sie ist Lyrikerin, bildende Künstlerin und promoviert in Philosophie. Ihr Debüt “vom speerwurf zu pferde” erschien 2014 bei luxbooks, ihr zweiter Gedichtband “Plage” erscheint im Herbst bei kookbooks.

Ramy Al-Asheq, geb. 1989, lebt als Lyriker, Journalist und Kurator in Berlin. Er hat fünf Gedichtbände auf Arabisch veröffentlicht, und im Frühjahr 2019 erschien mit “Gedächtnishunde” (Sujet Verlag) sein erster Band in deutscher Übersetzung. Er gibt das deutsch-arabische Kulturmagazin “FANN” mit heraus, arbeitet als Kurator für das Literaturhaus Berlin und ist Mitgründer der “Arabisch-Deutschen Literaturtage”.

Christian Schloyer, geb. 1976 in Erlangen, lebt als Lyriker in Nürnberg und wird Texte von Falk Steffen lesen. Steffen war vor allem als Schlagzeuger bekannt, hat aber auch Gedichte geschrieben, die es zu entdecken gilt. Er lebte in Nürnberg und ist vor wenigen Jahren verstorben.

Larissa Hanselka lebt in Nürnberg und studiert dort seit 2015 an der Akademie der Bildenden Künste.

Eintritt frei.

Kuration: Tristan Marquardt und Annalena Roters
Moderation: Tillmann Severin, Annalena Roters und Tristan Marquardt

Mehr zu den Unabhängigen Lesereihen und meine drei lyrischen ichs findet ihr hier: www.lesereihen.org

Gefördert von Zumikon – Kultur und Kommunikation & Kulturreferat der Stadt Nürnberg // präsentiert von Curt Magazin Nürnberg & Kunstnürnberg

21. Ausgabe – mit BURKHARDT, DÜRR, GAMISCH und STÄHLE

26. April 2019, Kunstverein München, 20 Uhr
 
LYRIK: Sandra Burkhardt (Berlin), Verena Dürr (Wien), Alisha Gamisch (München/Berlin)

KUNST: Philipp Stähle (München)

Die erste Ausgabe “meine drei lyrischen ichs” im Jahr 2019 steht an, endlich – und mit fulminantem Line-Up: Aus Berlin kommt Sandra Burkhardt angereist. Sie hat am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig studiert und im letzten Jahr regelrecht Furore gemacht mit ihrem Debütband “wer A sagt” (Gutleut Verlag). Er landete u. a. auf der Liste der Lyrik-Empfehlungen. Aus Wien ist Verena Dürr alias verenasinn zu Gast. Sie bewegt sich mit ihrer Kunst zwischen vielen Medien: Bilder greifen auf Texte über, Texte in Objekte, Klang schafft Performance. “autonomous miniatures” heißen ihre poetischen Arrangements. Alisha Gamisch ist seit Langem fester Bestandteil der jungen Münchner Literaturszene. Sie schreibt aufregende Gedichte, die oft auch mit politischen Fragen arbeiten, und betreibt u. a. den feministischen Blog Wepsert mit.

Künstler dieser Ausgabe ist Philipp Stähle. 2017 hat er sein Diplom an der Akademie der bildenden Künste München gemacht, wo er in der Klasse Hildebrandt studierte und Meisterschüler war. Seine Arbeiten spielen mit Klarheit und Komplexität. Bekannte Formen werden aus einer anderen Perspektive gezeigt, Wiederholungen bilden einen eingängigen Rythmus. Bei uns zeigt er Malerei und Skulpturen.

Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters, Nora Zapf

Eintritt: 4/6 Euro

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München

20. Ausgabe – mit OTHMANN, WALLENHORST, SCHUCHARDT und KLINGLER

14. Dezember 2018, Kunstverein München, 20 Uhr

LYRIK: Ronya Othmann (Leipzig), Max Wallenhorst (Berlin), Krister Schuchardt (München)
KUNST: Liane Klingler (München)
Afterparty-DJs: Princess Samsung

Bei der letzten Ausgabe meine drei lyrischen ichs in diesem Jahr sind vier bemerkenswerte Künstler*innen zu Gast, die sehr eigenständige und unterschiedliche Positionen haben. Über die Leipziger Autorin Ronya Othmann schrieb jetzt im Frühjahr, sie sei „wahrscheinlich bald ein Literaturstar“. Für uns ist sie es schon längst, da sie nicht nur tolle, eindringliche Gedichte schreibt, sondern auch eine wichtige Stimme in den aktuellen Debatten über #metwo und Rassismus im Literaturbetrieb ist. Aus Berlin kommt Max Wallenhorst angereist und zeigt erstmals in München die Performance „Männlichkeit und Traurigkeit und Kite-Surfen“, die beim Berliner Projekt KOOK.MONO Premiere feierte. Sie ist ein Karaoke-Essay darüber, wie auch Cis-Männer, die weinen können, das Betreten des Raums mit der Besetzung des Raums verwechseln. Unser dritter Literaturstar des Abends ist der Münchner Autor Krister Schuchardt. Seine Gedichte verbinden auf unverwechselbare Weise sprachliche Avantgarde und Spracharchäologie. Mythologisches und philosophisches Recherchematerial geht hier ein in eine so komplexe wie humorvolle Sprachkunst.

Als Künsterlin ist Liane Klingler zu Gast. In ihrer manuellen Hybridforschung erzeugt sie aus wilden Pflanzen hybride Kulturpflanzen. Die Strategien der gezielten Bündelung und Verschmelzung verschiedener Teile führen zu vollkommen neuen Pflanzenarten, die sogar auf übliche Pflanzenteile verzichten und Richtungswechsel im Wachstumsstreben aufweisen können. Die Fortpflanzungsfähigkeiten der manuellen Hybride sind noch sehr schwach, ihre Überlebensfähigkeit beschränkt sich auf wenige Stunden.

Im Anschluss an die Lesung steigt eine Afterparty. Auflegen wird das DJ-Duo Princess Samsung aka Ronya Othmann und Tristan Marquardt, die schon zur Leipziger Buchmesse das Deutsche Literaturinstitut ins Wanken brachten.

 

LYRIK

Ronya Othmann, geboren 1993 in München, studiert Literarisches Schreiben in Leipzig. Sie schreibt Lyrik, Prosa, Essay und journalistisch. Auszeichnungen u.a. den MDR-Literaturpreis 2015, Open Mike 2017 und Caroline-Schlegel-Förderpreis für Essay 2017. Veröffentlichungen u.a. in Edit, Jahrbuch der Lyrik, Taz am Wochenende, Literatur Spiegel, Zeit Online.

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Max Wallenhorst, geboren 1993, lebt und arbeitet in Berlin. Studium der Angewandten Theater- und Kulturwissenschaft. Schwache Performance und Auto-Essay.  Unter Anderem für taz, Faz, Zeit Online, Merkur. Edit Essaypreis 2016.

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Krister Schuchardt, geboren 1985 in Berlin, lebt in München. War als Komponist für ein englischsprachiges Münchner Theater tätig, schreibt szenische und lyrische Texte. Darunter das Live-Hörspiel “Das Gespensterschiff II”, welches 2016 in München aufgeführt wurde. Arbeitet zudem am prosaischen Schreiben dichterischer Programme, die etwa bei Lesungen mit Autoren kommunizieren oder ihre Texte verspeisen und umschreiben.

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Foto: Tayfun Selcuk

 

KUNST

Liane Klingler, geboren 1989 in Augsburg, lebt und arbeitet in Berg bei München. 2010 – 2017 Akademie der bildenden Künste München bei Stephan Dillemuth, 2016 Examenspreis für herausragende künstlerische Leistungen, 2016 Doesn´t mean that much to me to mean that much to you Kunstarkaden München, 2017 Debutantenausstellung Lothringer 13 Halle München, als Mitglied des XPatchKollectiv Performances im Museum der Moderne Salzburg, Flutgraben Berlin und MayDayRooms London.

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Bild: Liane Klingler

Eintritt: 4/6 Euro
Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters, Nora Zapf

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München

Spezialausgabe beim Schamrock-Festival

Samstag, 27. Oktober, 19 Uhr
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Im Rahmen des tollen Schamrock-Festivals der Dichterinnen veranstalten wir eine Spezialausgabe “meine drei lyrischen ichs”. Zu Gast sind die Lyrikerinnen

Lubi Barre (Hamburg)
Judith Keller (Zürich)
Nora Zapf (München)

Auch ein Blick auf den Rest des Programms lohnt, es lesen u. a. Heike Fröhlich und Lisa Jeschke, die auch schon bei uns zu Gast waren. Des Festival läuft von 26. bis 28. 10. Tickets gibt es hier.

19. Ausgabe – Premiere im Kunstverein

29. Juni 2018, 20 Uhr, Kunstverein München

LYRIK: Cia Rinne (Berlin), Timo Brandt (Wien), Lisa Jeschke (München)
KUNST: Keiyona C. Stumpf (München)
DJ: Simian Keiser

Willkommen im Hofgarten: Pünktlich zum 6. Geburtstag feiern meine drei lyrischen ichs ihr Debüt im Kunstverein. Die transdisziplinäre Reihe, die bisher im Einstein Kultur zuhause war, verstärkt ihre Zusammenarbeit mit der bildenden Kunst. Wie bisher treffen dabei drei Lyriker/innen auf eine/n Künstler/in aus München, trifft Lesung auf Ausstellung und Performance. Im Anschluss an die Veranstaltung gibt es erstmals eine Afterparty.

Als Lesende sind drei sehr unterschiedliche Lyriker/innen zu Gast. Die Gedichte der schwedisch-finnischen Dichterin Cia Rinne sind mehrsprachige minimalistische Texte (hauptsächlich Engl./Dt./Frz.). Sie arbeiten einerseits visuell und sind andererseits auf den Vortrag angelegt. Lisa Jeschke, die nach längerer Zeit in England wieder in München lebt, ist Dichterin und Performerin. Ihre so kompromisslosen wie poetischen englischen und deutschen Texte verhandeln immer wieder Politisches. Der Hamburger Lyriker Timo Brandt studiert am Institut für Sprachkunst in Wien. Seine Gedichte sind sprachlich virtuos und scheuen weder große noch profane Themen, „Engel und Winterreifen“.

Keiyona C. Stumpf hat 2016 ihr Diplom an der Akademie der bildenden Künste München gemacht. 2017 wurde sie mit dem Debütantenpreis der Gedok München ausgezeichnet, sowie mit dem Kunstpreis des Kunstvereins Aichach. Von der Landeshauptstadt München wurde sie 2017 mit einem Atelierstipendium gefördert und erhielt 2016 das Stipendium für Bildende Kunst. Keiyona arbeite mit Keramik, Porzellan, Glas, Papier und Plastik. Ihre Arbeiten enthüllen eine körperhafte Verbindung zwischen Material und Raum, so schafft sie dynamisch-poetische Situationen, geprägt von zarten Symmetrien und wuchernden Verwachsungen. Die visuelle Poetik ihrer Arbeiten verbindet sich für die Lesung mit den Texten und der Sprachlichkeit von Cia Rinne, Timo Brandt und Lisa Jeschke.

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Moderation: Nora Zapf, Annalena Roters, Tristan Marquardt, Daniel Bayerstorfer

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München.

18. Ausgabe – mit KORNAPPEL, ORAVIN, HUSSEIN und GAUER

22. Februar 2018, Einstein Kultur, 20 Uhr

LYRIK: Simone Kornappel (Berlin), Oravin (Wien), Yamen Hussein (München)
KUNST: Ece Gauer (München)

Nach sechs intensiven, wilden und produktiven Jahren, die immer für eine Überraschung gut waren, verabschieden wir uns aus den Gewölbehallen des Einstein Kultur. Im Sommer geht es an neuem Ort weiter (Überraschung!). Die letzte Ausgabe in den ehemaligen Bierlagerhallen wird gehörig gefeiert, die ein oder andere Episode ausgepackt und natürlich sind vier wundervolle Künstler*innen zu Gast: Ece Gauer, die im letzten Jahr ihr Diplom an der Akademie gemacht hat, zeigt Bilder, in denen sich Grenzgänger finden, wabernde Figuren, die zwischen Anwesenheit und Abwesenheit changieren. Die drei Dichter*innen des Abends stehen für die große Bandbreite der aktuellen Lyrik: Aus Berlin kommt Simone Kornappel angereist, deren Texte mit stupenden visuellen Formen arbeiten und die auch als Übersetzerin tätig ist. Der Wiener Dichter Oravin hat mit seinen Sound- und Videoperformances nicht minder aufregende Formen für seine Text entwickelt. Yamen Hussein war bis vor Kurzem Writers-in-Exile-Stipendiat des PEN-Zentrums Deutschland und liest Gedichte auf Arabisch.

LYRIK

Simone Kornappel, geb. in Bonn, lebt in Berlin. Sie ist Lyrikerin und Mitherausgeberin der Zeitschrift randnummer literaturhefte. (Bild: Annette Lux)

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Oravin, geb. 1984 in Leoben, ist Dichter, Musiker und audiovisueller Performer. Er performte unter anderem in Tokyo, Helsinki, Sarajevo und Marseille und zeigte seine Videos auf internationalen Festivals. Seine Texte wurden in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. Heute lebt er in Wien. www.oravin.at

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Yamen Hussein, geb. 1984 in Homs (Syrien), ist Dichter und Journalist. Im Oktober 2017 erschien sein erstes Buch “3439 km. Scars except the Navel” auf Arabisch, in Kürze erscheint ein dichterischer Dialog mit Said auf Deutsch und Arabisch, der bereits im Literaturhaus München und auf BR2 vorgetragen wurde. Yamen Hussein floh 2013 von Syrien in den Libanon und die Türkei. Seit Dezember 2014 lebte er als Stipendiat des Writers-in-Exile-Programms in München. Seine Gedichte wurden ins Französische, Englische und Deutsche übersetzt.

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KUNST

Ece Gauer, geb. 1984, hat 2017 ihr Diplom an der Akademie der bildenden Künste München gemacht, wo sie Malerei bei Prof. Axel Kasseböhmer studiert hat. 2012 machte sie außerdem ihren Abschluss in Malerei und Mosaik-Fresco an der Mimar Sinan University Istanbul. Hier hat sie bei Prof. Mehmet Mahir studiert. Sie ist Preisträgerin des LFA Bayern Preis 2015 und wurde 2012 als beste Studentin im Fach Malerei von der Sabancı Foundation an der University of Mimar Sinan ausgezeichnet. Beim Riga International Symposium & der Mosaic Art Fair wurden ihre Mosaik-Arbeiten für den ersten Preis ausgewählt. Ece Gauers Arbeiten vereinen Kraft und Poesie, Zeitgenössisches mit traditionellen Techniken und Symbolen. Als Künstlerin, die sich zwischen Istanbul und München bewegt, interessieren sie die Zwischenräume von Kulturen. In ihren Bildern finden wir Grenzgänger, wabernde Figuren, die zwischen Anwesenheit und Abwesenheit changieren. https://www.ecegauer.com

Ece-Gauer

Eintritt: 4/6 Euro
Moderation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt, Annalena Roters, Nora Zapf

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der LH München